Drama von Toulouse – Der Killer ist tot

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Drama von ToulouseDer Killer ist tot

Die französische Polizei hat das Haus des Mörders von Touluse gestürmt. Der Täter liess dabei offenbar sein Leben.

Eigentlich hätte man erwartet, dass nach 24 Stunden intensiver Verhandlungen der Roller-Killer von Toulouse gefasst werde. Doch auch am Donnerstagmorgen geht der Nervenkrieg zwischen den französischen Einsatzkräften und dem 23-jährigen Mohammed Merah weiter. Inzwischen wird die Strategie der Eliteeinheit RAID von der Öffentlichkeit hinterfragt.

Wieso dauert es so lange, um einen einzelnen, verschanzten Täter aus seinem Unterschlupf zu holen? Wieso wird seine Wohnung nicht ein für allemal gestürmt? Die französische Zeitung Le Monde hat seinen Lesern aus den Gedanken gelesen und fünf brisante Fragen zum Ablauf der Aktion zusammengestellt.

Warum wird das Gebäude, in dem sich Merah verschanzt, nicht gestürmt?

Die RAID haben eine einzige Priorität: Den Täter lebend zu verhaften. Die Anweisung kam bereits zu Beginn der Polizeiaktion von Innenminister Claude Guéant und wurde am Mittwochnachmittag von Pariser Staatsanwalt François Molins bestätigt. Das Ziel der RAID ist es also, mit Merah solange zu verhandeln, bis er erschöpft und verängstigt aufgibt.

Das kann eine gewisse Zeit dauern. Als Beispiel dient der Fall eines französischen Soldaten, der sich im Jahr 1993 in einer Kaserne verschanzt hatte. Es dauerte zwei Tage, bis er aufgab.

Warum wird Merah nicht mit Gas betäubt?

Wie schafft es RAID, so viele Stunden zu verhandeln?

Warum hat kein Kommando Mohammed Merah direkt in seiner Wohnung überwältigt und verhaftet?

Man kann zu diesem Zeitpunkt nur spekulieren, ob das nicht das Vorhaben der RAID gewesen war. Tatsache ist aber, dass Merah damit gerechnet hat, dass die Polizei ihn findet. Denn der Täter schoss auf die Polizisten, als diese um 3 Uhr morgens vor seinem Haus auftauchten, um ihn festzunehmen.

Warum wurde die Polizei-Elitetruppe RAID für die Aufgabe aufgeboten und nicht das Militär?

Die Polizei hat den Fall von Anfang an betreut. Außerdem hat Präsident Nicolas Sarkozy persönlich großes Vertrauen in die RAID. Diese beiden Gründe werden dazu geführt haben, dass es in diesem Fall nicht die Militäreinheit GIGN ist, die die Aktion durchführt.

(L'essentiel Online/kle)

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