Wahre Begebenheit – Der Lebenswille ist stärker als der Tod

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Wahre BegebenheitDer Lebenswille ist stärker als der Tod

Als eingeklemmter Kletterer kämpft James Franco in «127 Hours» brillant ums Überleben. Nach einer wahren Begebenheit und mit sechs Oscar-Nominierungen.

Fünf Tage lang hoffte der amerikanische Kletterer Aron Ralston in einem schmalen Canyon im Nationalpark von Utah auf Rettung. Bei einer Solotour im Frühjahr 2003 hatte sich ein tonnenschwerer Felsbrocken gelöst, ihm die rechte Hand zerschmettert und sie eingeklemmt. Der Abenteurer hatte nirgends eine Nachricht hinterlassen. Er fror, hungerte, trank seinen eigenen Urin, verlor 18 Kilogramm Körpergewicht, halluzinierte und nahm auf seiner digitalen Videokamera Abschiedsbotschaften an Freunde und Familie auf. Er war sich sicher, dass er sterben würde.

Schließlich griff er zu einer drastischen Maßnahme. Er brach sich selbst den Unterarmknochen und durchtrennte mit einem stumpfen Taschenmesser Muskeln, Sehnen und Fleisch. Schonungslos beschrieb er zwei Jahre später die Tortur in seinen Buch «Im Canyon - Fünf Tage und Nächte bis zur schwierigsten Entscheidung meines Lebens». Nun gibt es den Film dazu, eine persönliche und am Ende blutige Überlebensstory. Eigentlich wollte Ralston seine Grenzerfahrung als Dokumentation auf die Leinwand bringen, doch der preisgekrönte «Slumdog Millionär»-Regisseur Danny Boyle konnte ihn umstimmen.

Film spielte in USA lediglich 15 Millionen Euro ein

Nach seinem Oscar-Triumph mit acht Trophäen für sein bewegendes Drama in den indischen Slums, machte der britische Filmemacher Boyle in Hollywood Geld für «127 Hours» locker - 127 Stunden saß Ralston in der düsteren Felsspalte fest. Schwieriger Stoff für einen fesselnden Spielfilm, doch mit James Franco als Hauptdarsteller und einer ideenreichen visuellen Umsetzung gelingt Boyle das fast Unmögliche. 93 Minuten lang schaut man gebannt hin, am Ende vielleicht mit der Hand vor den Augen, wenn das stumpfe Messer unter die Haut geht.

Trotz bester Kritiken spielte das aufrührende Drama an den amerikanischen Kinokassen nur 15 Millionen Dollar ein. Doch die Oscar-Akademie belohnte den Film gleich mit sechs Nominierungen. «127 Hours» könnte am 27. Februar zum besten Film gekrönt werden.

L'essentiel Online/dpa

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