Jahrhunderttalent – Der «neue Rooney» kommt aus Belgien

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JahrhunderttalentDer «neue Rooney» kommt aus Belgien

Mit seinen zwei ersten Premier-League-Toren rettet Adnan Januzaj ManUnited in Sunderland vor einer Blamage. Der 18-jährige Belgier mit kosovarischen Wurzeln ist heiß umworben.

Manchester United drohte in Sunderland der nächste Tiefschlag. 0:1 lag das Team von David Moyes zur Pause bei den «Black Cats» zurück. Nach den Pleiten gegen Liverpool (0:1), Manchester City (1:4) und West Bromwich Albion (1:2) wäre es bereits die vierte Saisonpleite im siebten Spiel gewesen. Doch so weit kam es dann doch nicht. Adnan Januzaj machte aus dem 0:1 mit zwei Treffern noch ein 2:1 und bewahrte United so vor der nächsten Blamage.

Adnan wer? Man muss ihn (noch) nicht kennen. Für den 18-jährigen Belgier mit albanischen Eltern aus dem Kosovo war es erst der dritte Premier-League-Einsatz, der erste von Beginn an. Januzaj ist in Brüssel geboren und spielte bis 2011 in der Junioren-Abteilung des RSC Anderlecht. Für 575'000 Euro wechselte er schließlich zu ManUnited, wo er beim Abschiedsspiel von Sir Alex Ferguson gegen West Bromwich Albion zum ersten Mal auf der Bank Platz nehmen durfte. Zu seinem ersten Premier-League-Einsatz kam der talentierte Linksfuß aber erst in diesem Sommer unter Moyes.

Der neu ManUnited-Trainer hält viel von seinem Schützling mit der ungewöhnlichen Rückennummer 44. «Adnan ist ein großes Talent. Er erzielt Tore und ist am Ball sehr geschickt», erklärt der 50-jährige Schotte. «Ich erinnere mich, wie ich Wayne und auch Ross Barkley damals gebracht habe. Adnan hat sicherlich auch diese Qualität. Er ist ein sehr, sehr guter Spieler. Wir werden dafür sorgen, dass er mit beiden Füssen auf dem Boden bleibt.»

Vergleich mit Rooney und van Nistelrooy

Doch die Erwartungen sind nach dem spektakulären Einstand hoch. In der englischen Presse wird Januzaj bereits als neuer Wayne Rooney gehandelt. Dass die Statistiker dann noch in den Archiven kramten und herausfanden, dass der letzte United-Spieler mit Doppelpack beim Startelf-Debüt Ruud van Nistelrooy war, macht den Druck auf den jungen Mittelfeldspieler auch nicht kleiner.

Doch die United hat zunächst andere Probleme. Januzaj besitzt beim englischen Rekordmeister nur noch einen Vertrag bis kommenden Sommer und wird deshalb schon von halb Europa gejagt. Damit es den «Red Devils» mit dem belgischen Supertalent nicht gleich ergeht wie mit Paul Pogba, der 2012 nach drei Einsätzen für die 1. Mannschaft der United zu Juventus Turin wechselte, hat die Vertragsverlängerung nun oberste Priorität.

Kampf der Nationalverbände

Um Januzaj kämpfen auch die verschiedensten Nationalverbände. Der 18-Jährige könnte wegen seiner Herkunft für Belgien, Albanien, Serbien, den Kosovo und die Türkei spielen. Und sogar die Engländer rechnen sich noch - wohl unberechtigte - Chancen aus, dass er dereinst im Trikot der «Three Lions» auflaufen wird. Januzaj selbst hat sich noch nicht entschieden. Aufgebote für die belgischen U-Nationalmannschaften hat er bislang kategorisch abgelehnt. Er wolle für Albanien spielen, heißt es aus seinem Umfeld.

Albaniens Nationaltrainer Giovanni De Biasi wäre also gut beraten, das Supertalent baldmöglichst aufzubieten. Denn auch der belgische Nationalcoach Marc Wilmots hat seine Fühler nach Januzaj ausgestreckt. «Ich werde bald mit ihm über ein Aufgebot sprechen», so Wilmots. Überzeugungsarbeit könnte Marouane Fellaini leisten. Der Leistungsträger der «Rode Duivels» ist bei Manchester United Teamkollege des Shootingstars.

Januzajs erster Premier-League-Treffer. (Quelle: Youtube)

(L’essentiel Online / pre)

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