Notlandung in Findel – «Der Pilot hat die Situation sehr gut gemeistert»

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Notlandung in Findel«Der Pilot hat die Situation sehr gut gemeistert»

LUXEMBURG - Weil ein Kleinflugzeug notlanden musste, war der Betrieb am Airport Findel Dienstagnacht komplett lahmgelegt. Die Verantwortlichen liefern Erklärungen.

Die Piper-Maschine musste wegen eines Stromausfalls an Bord notlanden.

Die Piper-Maschine musste wegen eines Stromausfalls an Bord notlanden.

Die luxemburgische Luftfahrtverwaltung (ANA) hat sich am Mittwoch ausführlich zum gestrigen Zwischenfall am Flughafen Findel geäußert. «Es begann um 21:30 Uhr. Ein privates Kleinflugzeug musste notlanden, woraufhin die Start- und Landepiste umgehend geschlossen wurde», sagte Hierry Hirtz, Quality Manager und Verantwortlicher für Flugsicherheit in der ANA. «In der Maschine vom Typ Piper fiel die Elektronik aus, die Kommunikation mit dem Tower funktionierte nicht mehr. Das Flugzeug setzte ohne Lichter auf und kam entlang der Piste zum Stehen.»

Oberste Priorität nach der Notlandung war es, sich um den Piloten zu kümmern. Der Mann blieb bei dem Vorfall zum Glück unverletzt. «Man muss betonen, dass der Pilot die Situation sehr gut gemeistert hat. Er konnte so einen Crash mit noch schlimmeren Folgen vermeiden.»

Besuch von Emmanuel Macron

«Nachdem das Rollfeld gesperrt war, bemühten wir uns, den Betrieb schnell wiederherzustellen und das Flugzeug zu bergen», sagt Hirtz. «Die Feuerwehr hat ihr Maximum getan, um das Flugzeug, das über kein Fahrwerk mehr verfügte, hochzuheben. Sie mussten Hebekissen benutzen. All das musste mit größter Vorsicht geschehen, um das Flugzeug nicht zu beschädigen.»

Gleichzeitig musste die Flughafenverwaltung sicherstellen, dass das Flugzeug des französischen Präsidenten Emmanuel Macron ohne Probleme abheben konnte. Macron hatte am Dienstagabend einen Staatsbesuch in Luxemburg absolviert und musste zurück nach Paris. Sein Flugzeug hob um 23:53 Uhr vom Findel ab. «Das war ein Element, dass wir in Betracht gezogen haben, aber der Umstand, dass das Flugzeug so schnell wie möglich und unter Wahrung der Sicherheitsvorkehrungen starten konnte, hat dazu geführt, dass der Ablauf der Rettungs- und Bergungsarbeiten optimal verlaufen konnte.»

«Wir können uns immer verbessern»

Die Landebahn konnte schließlich um 1.45 Uhr wieder geöffnet werden, um während der Nacht ein Maximum an Passagieren an ihrem endgültigen Reiseziel ankommen zu lassen. «Solche Vorfälle können alle zwei Jahre vorkommen, daher ist es wichtig, über entsprechende Notfall- und Betriebspläne zu verfügen, um die Abläufe zu verinnerlichen.» Hirtz resümiert: «Wir können immer versuchen, noch besser zu agieren. Das werden wir in Zukunft auch machen.»

(Frédéric Lambert/MC/L'essentiel)

Luxair-Passagiere in Lüttich gestrandet

«Wir bekamen gegen 22 Uhr die Info, dass die Landebahn für eine Stunde geschlossen werden könnte», sagte der Vorstandschef von Luxair, Adrien Ney. «Zehn unserer Maschinen waren zu diesem Zeitpunkt in der Luft. Neun landeten schließlich am Flughafen Hahn und einer in Lüttich.»

Die 664 Luxair-Kunden, die in Hahn strandeten, konnten zwar mit einiger Verspätung, dafür aber relativ reibungslos nach Luxemburg gebracht werden. Die 181 Passagiere in Lüttich fühlten sich jedoch im Stich gelassen. «Unsere Kontaktperson in Lüttich hat uns versprochen, einen Bus zu besorgen, um die Passagiere heimzuholen, letztlich gab es aber keinen», zeigte sich Ney enttäuscht. Es sei unter diesen Umständen nicht möglich gewesen, den Kunden den gewohnten Qualitätsstandard anzubieten.

«Um 5 Uhr morgens erfuhren wir, dass unsere Kunden noch immer kein Hotel hatten. Daher haben wir uns entschieden, zwei Busse loszuschicken, um sie Mittwochmorgen abzuholen.» Luxair verspricht betroffenen Fluggästen eine Entschädigung.

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