Oscar Pistorius – Der Prozess der Tränen endet im Gefängnis

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Oscar PistoriusDer Prozess der Tränen endet im Gefängnis

Der Prozess ist zu Ende. Was neben der traurigen Tat und dem milden Urteil in Erinnerung bleibt, sind die vielen Tränen während der Verhandlung.

Der südafrikanische Paralympics-Sprintstar Oscar Pistorius ist wegen fahrlässiger Tötung seiner Freundin Reeva Steenkamp zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Strafmaß wurde von Richterin Thokozile Masipa am Dienstag in Pretoria verkündet. Zudem wurde er in einem anderen Fall wegen fahrlässiger Nutzung einer Schusswaffe zu drei Jahren verurteilt – allerdings auf Bewährung.

Pistorius nahm das Urteil der Richterin im Stehen entgegen, anschließend ging er vom Gerichtssaal eine Treppe zu den dort liegenden Zellen hinunter. Seine Strafe begann sofort. Rechtsexperten zufolge könnte er bei guter Führung aber bereits nach zehn Monaten Anspruch auf eine Verlegung in den Hausarrest haben.

Richterin hatte großen Ermessensspielraum

Die Richterin traf die Entscheidung nach Abschluss von Anhörungen, in denen die Staatsanwaltschaft für mindestens zehn Jahre Haft, die Verteidigung für einen dreijährigen Hausarrest für den beidseitig amputierten Pistorius plädiert hatten. Der Ermessensspielraum der Richterin war weit – von einer Bewährungsstrafe bis zu 15 Jahren Haft.

Pistorius tötete Steenkamp am 14. Februar 2013 mit Schüssen durch die geschlossene Badezimmertür seines Hauses. Er hatte dahinter nach eigener Darstellung einen Einbrecher vermutet. Die Staatsanwaltschaft ging hingegen von einem Streit zwischen Pistorius und Steenkamp aus und wollte eine Verurteilung wegen Mordes erreichen. Masipa entschied aber nach dem aufsehenerregenden Prozess im September auf fahrlässige Tötung.

Die dreijährige Strafe auf Bewährung verhängte die Richterin wegen eines Zwischenfalls in einem Restaurant, mehrere Wochen vor der Tötung Steenkamps. Damals hatte Pistorius seine Waffe gezogen und einen Schuss abgefeuert.

(L'essentiel/gux)

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