Porträt – Der Schmied, der mit Heißluftballons abhebt

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PorträtDer Schmied, der mit Heißluftballons abhebt

MERSCH – Die 18. Ausgabe der Post Luxembourg Balloon Trophy 2018 hat am Mittwoch begonnen. Der Schmied Nico Betzen ist mit am Start.

Der 55-jährige Nico Betzen aus Fuhren ist einer der rund 30 Fahrer, die an der 18. Ausgabe der Post Luxembourg Balloon Trophy teilnehmen. Damit ist er einer von acht luxemburgischen Piloten im Wettbewerb. Schon 2009 hat er den nationalen Ballonwettbewerb und die World Balloon Trophy mit jeweils einer Goldmedaille abgeschlossen.

Sein dreiköpfiges Team, welches seinen Namen trägt, führt ihn vom Boden aus. Wenn er nicht gerade mit einem überdimensionalen Sack voll heißer Luft in luftige Höhen entschwindet, geht er einer Karriere als Schmied nach und das ziemlich erfolgreich: seine eigene Firma ist auch gleichzeitig sein Sponsor. «Die Leidenschaft für das Ballonfahren wurde durch meinen Beruf entfacht. Erst wenn man das Eisen erhitzt, kann man damit etwas machen. Man muss es fühlen, denn das Eisen muss exakt die richtige Temperatur haben, um es zu schmieden. Und genau so ist es auch mit dem Heißluftballon. Die Luft in der Hülle muss auf die richtige Temperatur erwärmt werden, damit man abheben kann. Aber nicht zu viel und nicht zu wenig, sonst kann man nicht fliegen!»

Sein größter Rivale ist sein Sohn

Nico ist seit 1994 Ballonpilot, aber er begann als Beobachter, bevor er in den Korb stieg. Seit er verstanden hat, wie man die warme und kalte Luft einstellt, hat er mehr als 1100 Flugstunden angesammelt und ist noch lange nicht am Ende. Und auch seine Nachfolge ist bereits gesichert, denn sein größter Konkurrent ist auch gleichzeitig sein Sohn: Christophe Betzen. Der ehrgeizige Sprößling hat ihn bereits bei seinem letzten Wettkampf überholt. «Mein Sohn hat sein eigenes Team. Außerdem hat er mich in der Luxemburger Rangliste von meinem Rang geworfen. Ich verliere nicht gerne, aber ich muss sagen, dass es schön ist, von meinem Sohn und nicht von einem anderen Konkurrenten überholt zu werden.»

Nico Betzen hatte auch schon mal einen Ballonunfall. «Ich verpasste die Landung», sagt er. «Dadurch habe ich mir den Fuß gebrochen, der den ganzen Aufprall abbekam. Glücklicherweise gab es keine andere Verletzungen und auch keine Schäden. Ballonunfälle können zwar passieren, aber sie sind selten, weil die Piloten in der Regel alle notwendigen Vorsichtsmaßnahmen treffen. Sie starten nur bei gutem Wetter und mit großer Vorsicht. Der Rest der Crew kann den Piloten jederzeit vor Wetteränderungen warnen und gibt Fluganweisungen, damit alles glatt läuft.»

Dutzende Heißluftballons sind ab diesem Donnerstag am Himmel über Mersch zu sehen. Die 18. Ausgabe der Post Luxembourg Ballon Trophy 2018 endet am Sonntag mit einem Rennen.

(Joanne Reinard/L'essentiel)

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