Trauerfeier in Boston – Der schwere Gang des Präsidenten

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Trauerfeier in BostonDer schwere Gang des Präsidenten

US-Präsident Barack Obama ist zu einem Gottesdienst in Boston eingetroffen. Dort hat er den Opfern des Bombenanschlags und den Bewohnern der Stadt sein Beileid ausgesprochen.

Drei Tage nach dem Bombenanschlag auf den Bostoner Marathonlauf ist US-Präsident Barack Obama zu einem Trauergottesdient in der Ostküstenstadt eingetroffen. In der Heiligkreuz-Kathedrale hat er den Opfern des Terroranschlags in Boston und der Stadt den Beistand und die Solidarität der gesamten Nation zugesichert. Die Verantwortlichen für Boston kämen nicht ungeschoren davon, versprach er.

«Wir werden Euch finden. Wir werden Euch zur Rechenschaft ziehen», rief Obama unter dem Beifall der Trauergemeinde in der Bostoner Heilig-Kreuz-Kathedrale aus. Es werde den Tätern nicht gelingen, die Stadt oder das Land zu terrorisieren oder die Werte der Nation ins Wanken zu bringen.

«Ihr werdet wieder rennen»

Obama gedachte der drei Toten und mehr als 170 Verletzten. «Jeder von uns ist von dem Anschlag auf Eure schöne Stadt getroffen worden», sagte er. «Wir stehen an Eurer Seite».

An die Adresse der Verletzten sagte er mit Blick auf den traditionellen Marathon, bei dem der Anschlag verübt wurde: «Ihr werdet wieder rennen.» Die USA würden sich nicht unterkriegen lassen: «Wir werden genesen, und wir werden wiederaufbauen.»

Trost spenden

Ganz Boston habe sich bei der Zeremonie am Donnerstag versammelt, um deutlich zu machen, dass der Geist der Stadt ungebrochen sei. Wie bereits nach den Massenmorden von Fort Hood im Jahr 2009, Tuscon, 2011 sowie den jüngeren Fällen von Aurora und Newtown, versuchte Obama die Menschen in ihrer tiefen Trauer zu trösten.

Das Flugzeug mit Barack und Michelle Obama an Bord landete am Donnerstagmorgen auf dem Bostoner Flughafen. Anschließend fuhr das Präsidentenpaar zur Kathedrale. Obama, der den Anschlag vom Montag als «Terrorakt» bezeichnet hatte, wollte sich anschließend mit Opfern des Angschlags und Nothelfern treffen.

Bis zu 2000 Menschen in der Kathedrale

In Boston herrschten in Erwartung des Präsidenten scharfe Sicherheitsvorkehrungen. Der Zeitung «Boston Globe» zufolge bildeten sich vor der Kirche seit dem Morgengrauen lange Menschenschlangen. In die Kathedrale passen bis zu 2000 Menschen. Die Hälfte der Plätze war öffentlich zugänglich und wurden an diejenigen vergeben, die sich als erste in der Kathedrale eingefunden hatten.

An dem Gottesdienst nahmen auch der Gouverneur von Massachusetts, Deval Patrick, der Bürgermeister von Boston, Thomas Menino, Anschlagsopfer und Angehörige sowie Rettungskräfte teilnehmen. Auch Mitt Romney, früherer Gouverneur von Massachusetts und Obamas Herausforderer bei der Präsidentschaftswahl vergangenen Herbst, kam zu der Gedenkveranstaltung.

Zwei Verdächtige

Zwei Explosionen hatten am Montag den Zielbereich des traditionsreichen Marathonlaufs in Boston erschüttert. Drei Menschen wurden nach Polizeiangaben getötet und etwa 180 weitere verletzt.

Medienberichten zufolge konzentrieren sich die Ermittler bei der Fahndung auf zwei Männer, die in Videoaufnahmen durch verdächtiges Verhalten am Tatort aufgefallen seien.

(L'essentiel Online/bee/sda)

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