Abgabe für erneuerbare Energien – Der Strom wird günstiger

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Abgabe für erneuerbare EnergienDer Strom wird günstiger

LUXEMBURG – 2011 dürfte die Stromrechnung eines normalen Haushaltes um fast 30 Euro fallen. Grund dafür ist der sinkende Beitrag der Kunden zur Förderung erneuerbarer Energien.

Die Abgabe der Stromkunden zur Förderung erneuerbarer Energien sinkt 2011 um gute ein Drittel.

Die Abgabe der Stromkunden zur Förderung erneuerbarer Energien sinkt 2011 um gute ein Drittel.

dpa

Solarzellen auf dem Dach oder ein Windpark – die Entwicklung erneuerbarer Energien wird vom Staat unterstützt. Mit jeder verbrauchten Kilowattstunde Strom zahlt jeder Kunde dafür in einen Fonds ein. Dieses Jahr sinkt dieser Beitrag jedoch um gut ein Drittel.

So sinkt die Abgabe 2011 für Privatkunden von 1,9 Cent pro Kilowattstunde auf 1,22 Cent, wie das Wirtschaftsministerium am Montagmorgen mitteilte. Aufs Jahr gerechnet wird die Stromrechnung damit für einen Durchschnittshaushalt, der etwa 4 000 Kilowattstunden verbraucht, um 27 Euro leichter.

Erst später auf der Rechnung

Die Stromanbieter verrechnen diese «grüne Abgabe» automatisch mit dem Strompreis. Sie fließt in einen Topf, der von der Regulierungsbehörde (ILR) verwaltet wird und aus dem Fördermittel für erneuerbare Energien geschöpft werden.

Auf der Rechnung taucht die Erleichterung jedoch nicht sofort auf: «Erst wenn nach dem Zählerablesen die Abschlussrechnung kommt, sehen die Verbraucher den Unterschied», erklärt Jean-Luc Santinelli von Enovos. Grund dafür ist der monatliche Festbetrag, den jeder Kunde zahlt, bevor die Jahresabrechnung kommt.

Umlage «großzügig» kalkuliert

Dass die «grüne Abgabe» sinkt, bedeutet jedoch nicht, dass
Hausbesitzer, die Solarstrom einspeisen, oder Unternehmen, die Strom aus erneuerbaren Energiequellen entwickeln, Einbußen zu verzeichnen haben. Es handelt sich lediglich um eine Anpassung, die bei der ILR im Dezember 2010 vorgenommen wurde.

Die Herabsetzung der Abgabe erklärt sich damit, dass die steigenden Preise auf dem Strommarkt für eine Annäherung an den Preis für grünen Strom gesorgt haben. Daher wird nun weniger Fördergeld nötig, um die Preise anzugleichen. Zudem war die Umlage «großzügig» kalkuliert.

Für 2011 werden nach den Schätzungen des ILR insgesamt etwa 24,6 Millionen Euro über die Umlage eingenommen, die für die Förderung des grünen Stroms eingesetzt werden.

(sb/L'essentiel Online)

Umlage in Deutschland steigt

Im Gegensatz zu Luxemburg ist beim deutschen Nachbarn die Umlage zum Ausbau erneuerbarer Energien gestiegen: 1,5 Cent zahlen Stromkunden pro Kilowattstunde seit Januar drauf. Die daraus folgenden Strompreiserhöhungen spülen der deutschen Energiebranche Zusatzeinnahmen in Höhe von zwei Milliarden Euro in die Kassen, wie aus einer Studie der Bundestagsfraktion der Grünen hervorgeht.

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