Schluss mit süß – Der SUV von Smart soll sexy und cool werden
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Schluss mit süßDer SUV von Smart soll sexy und cool werden

Aus dem winzigen Zweiplätzer soll bald ein kompakter SUV mit vier Metern Länge werden. Der Elektroantrieb bleibt erhalten.

Der SUV von Smart soll deutlich mehr als vier Meter messen und bis zu fünf Personen Platz bieten.

Der SUV von Smart soll deutlich mehr als vier Meter messen und bis zu fünf Personen Platz bieten.

Smart

Kehrtwende bei Smart: Nach zwei Jahrzehnten als Spielzeugauto im Bällebad der Großstädte beginnt für den Kleinwagen jetzt der Ernst des Lebens. Denn nachdem Daimler weder alleine, noch in Kooperation – erst mit Mitsubishi und dann mit Renault – auch nur einen Euro an dem 2,70 langen Stadtflitzer und seinem viertürigen Bruder verdient hat, soll es jetzt ein über vier Meter langer SUV richten. So wird aus einem außergewöhnlichen Kleinstwagen ein zumindest auf den ersten Blick ziemlich gewöhnliches Auto für den Mainstream.

Radikale Umkehr

Mit den aktuellen Modellen hat dieses eSUV genannte Concept, das auf Konkurrenten wie den Mini Countryman zielt und bei flüchtiger Betrachtung ein wenig an Opel Adam oder Porsche Macan erinnert, vordergründig nicht mehr viel mehr gemein als das Markenlogo – und selbst das wurde kräftig retuschiert. Die Studie, die mehr als anderthalbmal so lang ist wie der Fortwo, und damit fast an den Mercedes EQA heranreicht, zeigt weder das kindliche Grinsen noch das verspielte Interieur. «Der neue Smart wird cool, sexy und erwachsen statt niedlich und verspielt», sagt Chefdesigner Gorden Wagener.

Herzige Details bleiben

Doch ein paar Wesensmerkmale des Smarts sollen sich auch im SUV wiederfinden. Beim Auftritt gilt das für die zweifarbige Karosserie mit einem abgesetzten Dach, das wie der Schirm einer Mütze über der Kabine zu schweben scheint, bei der Ausstattung für smarte, teilweise augenzwinkernde Details, wie die je nach Situation unterschiedlich funkelnden LED-Elemente ringsum im Blech. Außerdem stellt Smart Updates und Upgrades «over the air» und Assistenten, die dem autonomen Fahren deutlich näherkommen als im aktuellen Modell, in Aussicht.

Die markanten Änderungen gehen vor allem auf das Konto des chinesischen Daimler-Großaktionärs Geely, der im neuen Smart-Joint Venture die Technologie, die Entwicklung und auch die Produktion verantwortet. So trägt zwar die Karosserie noch die Linien Wageners, doch nutzt der Smart nicht die Modulare Frontantriebs-Architektur aus Stuttgart, sondern steht auf der Sustainable Experience Architecture (SEA) der Chinesen, die wie alle dezidierten Elektro-Plattformen wie ein Skateboard konzipiert ist. Zwischen den Achsen steckt moderne Technik –Geely verspricht für andere Modelle auf der gleichen Architektur bis zu 700 Kilometer Reichweite und dank 800 Volt-Technik stark verkürzte Ladezeiten. Natürlich wird der Smart nicht das volle Paket bekommen. «Doch die aktuell 160 Kilometer Reichweite sind für uns dann kein Maßstab mehr», sagt Markenchef Daniel Lescow.

Neuer Anspruch an die Marke

Zwar räumt Lescow ein, dass die Fahrzeuglänge allein für Smart keine entscheidende Größe mehr ist, sondern dass die Anforderungen an Marke und Modelle neu definiert wurden. Doch so ganz vorbei ist die Spielzeit bei Smart noch nicht, und ein wenig darf sich der Bonsai-Benz noch im Bällebad suhlen. Denn aktuell läuft der Fortwo in Hambach weiter vom Band und ein Datum für das Ende der Fertigung lässt sich Daimler nicht entlocken.

(L'essentiel/Thomas Geiger)

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