Waffen überall – Der Syrien-Krieg befeuert die Rüstungskonzerne

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Waffen überallDer Syrien-Krieg befeuert die Rüstungskonzerne

Im Krieg gegen den IS präsentieren Rüstungsfirmen aus aller Welt ihre Waffensysteme. Und freuen sich über Aufträge.

Maschinen zum Töten von Menschen haben Hochkonjunktur. Die Angst vor der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) beschert der Rüstungsindustrie einen Boom – sowohl bei der privaten wie auch bei der staatlichen Kundschaft.

In den USA verzeichnen erfreute Händler landesweit steigende Käufe. «Den Leuten ist bewusst, dass sie sich schützen müssen», sagte der Waffenladen-Besitzer Ray Peters zu Reuters. «Alle berichten über wachsende Zahlen, jedes Geschäft, jeder Verkäufer, jeder Verteiler.»

Russland präsentiert seine neuste Technik

Vom blühenden Geschäft profitieren nicht nur die Hersteller von Handfeuerwaffen. Russland lässt nichts unversucht, in Syrien die Leistungsfähigkeit seiner Rüstungsprodukte werbewirksam zu demonstrieren. Am Dienstag feuerte das eben in Dienst gestellte U-Boot «Rostow am Don» zum ersten Mal einen Marschflugkörper vom Typ Kaliber auf Ziele in der IS-«Hauptstadt» Raqqa ab.

Das als besonders leise geltende U-Boot war angeblich im Mittelmeer untergetaucht, als es das Geschoss auf die Reise schickte. Präsident Wladimir Putin betonte, dass der neue Marschflugkörper-Typ sowohl mit konventionellen als auch mit nuklearen Sprengköpfen ausgerüstet werden könne. Er hoffe, dass Letztere «niemals benötigt» würden, fügte der Kreml-Chef hinzu. Unklar bleibt, ob er damit einen möglichen Einsatz von Nuklearwaffen andeuten oder die Vorzüge der russischen Waffensysteme hervorheben wollte.

Den US-Streitkräften gehen die Bomben aus

Auch die US-Streitkräfte klotzen in ihrem Kampf aus der Luft gegen den IS. Militärjets der US Air Force haben inzwischen mehr als 20.000 Lenkgeschosse und Bomben abgeworfen. Das ist so viel teure Munition, dass die Hersteller mit der Produktion nicht mehr nachkommen. Bereits seien viele Lager in den USA geleert worden, so dass man jetzt auf Stützpunkten in aller Welt für Nachschub sorgen müsse, fand «USA Today» heraus.

«Unser Geschäft ist das Töten von Terroristen, und das Geschäft läuft gut», sagte die Air-Force-Sekretärin Deborah Lee James in einer Mitteilung. «Wir müssen unsere Munitionslager wieder auffüllen. Es braucht Jahre, bis einmal bestellte Waffen vom Fließband rollen.» Für die besonders häufig auch von Drohnen abgefeuerten Hellfire-Lenkgeschosse hat der US-Kongress für 2015 zusätzliche 400 Millionen Dollar bewilligt. Damit sollen 4000 Flugkörper gekauft werden.

Die Rüstungskonzerne freuts

Die großen Profiteure der Kriege sind die Rüstungskonzerne. Wie die Website «The Intercept» vergangene Woche an einer von der Credit Suisse organisierten Konferenz erlauscht hat, sprach Bruce Tanner, der Vizechef von Lockheed Martin, von «indirekten Gewinnen» durch den Krieg in Syrien. Er beobachte einen «Auftrieb durch die Dynamik dieses Umfelds und durch unsere Produkte in dem Theater».

Ähnlich äußerten sich der Präsident des Fahrzeugherstellers Oshkosh und Tom Kennedy, der CEO von Raytheon. Es gebe einen «signifikanten Aufwärtstrend für Verteidigungslösungen in mehreren Ländern des Nahen Ostens», freute sich Kennedy.

(L'essentiel/sut)

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