Köln gegen Nizza: Fußball-Fan schwebt nach Skandal-Ausschreitungen in Lebensgefahr

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Köln gegen NizzaFußball-Fan schwebt nach Skandal-Ausschreitungen in Lebensgefahr

Der Angriff einer Horde Hooligans stellte am Donnerstagabend den Remis des 1. FC Köln beim Conference-League-Auftakt in Nizza in den Schatten. 32 Personen wurden verletzt, ein Fan ringt mit dem Tod.

von
Nora Riedel
Fan-Ausschreitungen beim Spiel 1. PFC Köln gegen Nizza.

Fan-Krawalle: Seit jeher die hässliche Fratze des Fußballs.

dpa

Etwa eine Stunde vor dem Anpfiff im Stade de Nice am Donnerstagabend stürmten 50 bis 100 vermummte Hooligans vom Gästeblock über die Haupttribüne zum Heimblock. Es folgte eine handfeste Schlägerei, bei der eine Person fünf Meter in die Tiefe stürzte. Die betroffene Person befand sich zeitweise in einem kritischen Zustand, ist jedoch wieder außer Lebensgefahr. Zuvor kam es bereits vor dem Stadion zu einem Handgemenge. Berichten zufolge sollen die Fans vom OGC-Nizza FC-Anhänger, unter anderem mit Messern und Wurfgeschossen, angegriffen haben. Vor Ort waren jedoch nicht nur die Anhänger von Köln und Nizza. Darunter mischten sich zusätzlich die Ultras von Paris Saint-Germain, verkleidet als Köln-Fans. Der PSG selbst reagierte auf die Anschuldigung und verspricht die Schuldigen der Supras Auteuil, von denen sich der Verein bereits seit 2010 distanziert, zu Rechenschaft zu ziehen. Insgesamt wurden 32 Menschen verletzt.

Das Spiel konnte nach einiger Zeit der Ungewissheit um 19:40 Uhr beginnen und endete mit einem 1:1. Nach Spielende mussten die FC-Fans noch eine Weile auf der Tribüne verweilen. Vizepräsident Carsten Wettlich führte zusammen mit weiteren FC-Verantwortlichen, noch längere Gespräche mit dem Publikum, um möglichst viele Informationen zu sammeln.

Christian Keller, Geschäftsführer des 1. FC Köln stellt klar, dass der Verein alles Ersichtliche tun wird um möglichst viele Täter ausfindig zu machen und diese zur Rechenschaft zu ziehen. Es werde versucht, dass diese Personen nie wieder ein Stadion von innen sehen dürfen. Die Konsequenzen für den Verein seien, so Keller «noch nicht abzusehen». Aufgrund einer Uefa-Strafe aus 2017 nach Vorfällen in London ist der FC immer noch auf Bewährung. Damals wurde der Verein zu einer Strafe in Höhe von 60.000 Euro verurteilt. Diesmal wird die Strafe wohl höher ausfallen, da neben den Krawallen im und vor dem Stadion weitere Schäden innerhalb der Stadt dazukommen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass zumindest die kommenden Auswärtsspiele der Conference League ohne Kölner Fans stattfinden müssen.

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