«FSO Safer»: «Der Tanker kann jeden Moment zerbrechen oder explodieren»
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«FSO Safer»«Der Tanker kann jeden Moment zerbrechen oder explodieren»

Der «FSO Safer» droht auseinanderzubrechen. An Bord dieses maroden Tankers befinden sich 1,1 Millionen Barrel Öl. Die Vereinten Nationen suchen nun Geld, um das Öl abzupumpen.

An Bord des Lagerschiffs «FSO Safer» vor der Küste Jemens befinden sich 1,1 Millionen Barrel Öl und damit fast viermal so viel Öl, wie 1989 vor Alaska aus dem auf Grund gelaufenen Tanker Exxon Valdez auslief. Der marode Tanker, der als Lagerschiff genutzt wird, droht auseinanderzubrechen. Der Exxon Valdez-Unfall gilt als eine der größten Umweltkatastrophen der Seeschifffahrt.

Mit Crowdfunding wollen die Vereinten Nationen eine drohende Umweltkatastrophe abwenden. Der OCHA-Vertreter im Jemen, David Gressly, startete am Dienstag eine Spendenkampagne in der Hoffnung, von Privatpersonen fünf Millionen Dollar (4,8 Mio. Euro) zusammenzubekommen. Das Geld soll zu der Rettungsaktion für den riesigen Öltanker «Safer» beitragen. «Der Tanker kann jeden Moment zerbrechen oder explodieren», sagte ein OCHA-Sprecher in Genf.

Wartung des Tankers wurde eingestellt

Das Öl an Bord der 45 Jahre alten «Safer» soll auf ein sicheres Schiff abgepumpt werden. Um die Bergungsaktion zu starten, sind nach UN-Angaben rund 80 Millionen Dollar nötig. Drei Viertel der Summe seien inzwischen zusammengekommen, um weitere Spenden werde geworben.

Der Jemen nutzte den Tanker vor der Küste seit den 1980er Jahren als schwimmendes Lager, bevor das Öl exportiert wurde. Doch versinkt das Land seit 2015 in einem Bürgerkrieg, die Ölförderung liegt brach. Die staatliche Ölfirma stellte die Wartung ein, und 2016 wurde die «Safer» außer Dienst gestellt.

Neun Millionen Menschen bedroht

Sollte der Öltanker tatsächlich zerbrechen oder explodieren, wären neun Millionen Menschen unmittelbar bedroht. Durch den Ölteppich würden nicht nur mehrere Häfen lahmgelegt werden, die wichtig für den Transport von Hilfsgütern sind, sondern auch die Fischerei würde innerhalb von drei Wochen zerstört werden. Anlagen zur Trinkwasseraufbereitung würden ausfallen.

Rund acht Millionen Menschen würde als Folge der Zugang zu fließendem Wasser fehlen. Hinzu kämen gesundheitliche Schäden durch verschmutzte Luft, durch Rauch und Verdunstungen.

(DPA)

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