Sommerzeit am Sonntag – Der Zeitsprung, der uns aus dem Tritt bringt

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Sommerzeit am SonntagDer Zeitsprung, der uns aus dem Tritt bringt

Die Umstellung zur Sommerzeit in diesem Jahr fällt auf ein langes Wochenende. Das ist gut so, weil in den Tagen danach geht bei vielen Menschen alles Mögliche schief.

Die meisten von uns mögen die Sommerzeit wegen der langen Abende. Aber am Anfang stehen dunkle, lange Morgenstunden, und die bekommen den meisten Menschen nicht. 61 Prozent der Amerikaner beispielsweise haben in einer Umfrage des «Better Sleep Councils», einer Non-Profit-Organisation der Matratzenhersteller, angegeben, am ersten Montag nach der Umstellung weniger gut zu arbeiten.

Die über tausend Befragten klagten gemäss «Los Angeles Times» über alles mögliche von schlechter Laune bis zu unkonzentriertem Fahren. Und 29 Prozent sagten, sie würden etwa eine Woche brauchen, bis sie sich an die neue Zeit gewöhnt hätten, wobei die 18- bis 34-Jährigen am längsten zu kämpfen haben. Die jüngeren dieser Altersgruppe dürften allerdings zu jeder Zeit schwer aus den Federn finden.

Zahlreiche Studien belegen negative Folgen

Die US-amerikanischen Matratzenhersteller sind nicht die Einzigen, die unsere Schwierigkeiten mit der verlorenen Stunde Schlaf im Frühling untersucht haben. Die Pädagogische Hochschule Heidelberg etwa fand 2009 heraus, dass 12- bis 18-Jährige bis zu drei Wochen brauchen, um die verlorene Stunde in ihren Biorhythmus einzubauen, Müdigkeit und Leistungsabfall seien die Folge.

Mit dem Argument, dass Schüler erst um 9 Uhr morgens konzentrationsfähig seien und deshalb schon in der Normalzeit eine Stunde zu früh zur Schule müssten, kämpft ein deutscher Verein gegen die Sommerzeit: Die Initiative-zur-Abschaffung-der-Sommerzeit.de demonstriert morgen in Duisburg für ihr Anliegen.

Eine schwedische Studie aus dem Jahr 2008, die eine höhere Herzinfarktrate in den drei Tagen nach dem Vordrehen der Uhr belegt hatte, wurde ein Jahr später von der Deutschen Angestellten Krankenkasse DAK bestätigt.

Die Westaustralier schmetterten die Sommerzeit ab

Ebenfalls in Schweden hatte man schon früher herausgefunden, dass die Unfallhäufigkeit am Montag nach der Umstellung um elf Prozent steigt, und in Australien ergab eine Studie, dass in den drei Wochen nach der Zeitumstellung mehr Männer Suizid begehen. Die Bevölkerung des australischen Bundesstaats Western Australia hat übrigens bereits viermal die Einführung der Sommerzeit nach teils jahrelangen Versuchsphasen in Referenden abgelehnt, das letzte Mal 2009.

Mehr schlafen hilft

Die Teilnehmer der amerikanischen Better-Sleep-Studie gaben unter anderem folgende Nebenwirkungen zu Protokoll: Am Geldautomaten Essen bestellen, in Unterwäsche unter die Dusche und die Kleider verkehrt herum anziehen.

Ist am Ostermontag ja alles nur halb so schlimm. Und wenn man schon vor der Umstellung und die erste Woche danach früher als sonst ins Bett geht und mehr als üblich schläft, lassen sich die Auswirkungen der «falschen Zeit» mildern.

(L'essentiel Online/bem)

Umstellung am Ostersonntag

In der Nacht zum kommenden Sonntag (31. März) ist es wieder soweit: Um 2.00 springen die Uhrzeiger auf 3.00 Uhr, die Sommerzeit startet. Bis zum letzten Wochenende im Oktober bleibt es dann abends länger hell.

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