IC-Streichung – Deutsche Bahn hängt Luxemburg ab

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IC-StreichungDeutsche Bahn hängt Luxemburg ab

LUXEMBURG - Drei von fünf IC-Verbindungen nach bzw. aus Deutschland wird die Deutsche Bahn ab Dezember streichen - aus wirtschaftlichen Gründen.

Der Fernverkehrszug IC macht künftig in Luxemburg seltener Halt.

Der Fernverkehrszug IC macht künftig in Luxemburg seltener Halt.

DPA

Mit dem Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn Mitte Dezember wird für Luxemburger das Angebot an IC-Verbindungen aus und nach Deutschland ausgedünnt. Drei von fünf täglichen Verbindungen fallen dann weg. Die IC-Züge verbinden Luxemburg mit Trier, Koblenz sowie Köln, dem Ruhrgebiet und Norddeutschland und sichern die Anbindung ans deutsche Fernverkehrsnetz. Zudem wird auch die einzige ICE-Verbindung zwischen Trier und Berlin ab Dezember gekappt.

Dies bestätigten der deutsche Verkehrsminister Peter Ramsauer und sein luxemburgischer Kollege Claude Wiseler am Donnerstag. Und das an dem Tag, an dem die beiden Minister den zweigleisigen Ausbau der Bahngleise bei Igel besiegelten. Luxemburg beteiligt sich in Höhe von acht Millionen Euro an der Erweiterung auf deutscher Seite, die insgesamt 19,6 Millionen Euro kosten wird (siehe Infobox).

Claude Wiseler reagierte «mit Bedauern» auf die Ausdünnung der Fernverkehrsverbindung: «Die Deutsche Bahn hat diese Entscheidung aus wirtschaftlichen Gründen getroffen. Es gibt nichts zu verhandeln». Die CFL und der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord suchten derzeit nach Alternativen. Ob die ICs durch Regionalbahnen ersetzt werden können, steht allerdings noch nicht fest. An «Materialdisponibilität» sollte eine Alternative von Luxemburger Seite nicht scheitern, bekräftigte Wiseler auf Nachfrage von L'essentiel Online.

Verbesserungen für 2014 geplant

Die Entscheidung kommt nicht aus heiterem Himmel: Die Deutsche Bahn hatte bereits angedroht, ihre IC-Verbindungen zwischen Luxemburg und Deutschland auszudünnen. Hintergrund ist der Streit mit dem Nachbarbundesland Rheinland-Pfalz um die Gültigkeit von Nahverkehrstickets in den IC-Zügen. Das Bundesland sollte Ausgleichszahlungen von zwei Millionen Euro leisten. Dagegen wehrte sich Rheinland-Pfalz allerdings.

Für die Zeit ab Dezember 2014 ist bereits eine Lösung gefunden: Dann verbessert sich die Zugverbindung zwischen beiden Ländern sowie der Anschluss an das deutsche Fernverkehrsnetz, wenn stündlich ein Regionalzug zwischen Luxemburg und Koblenz über Trier verkehrt.

sb/ks/L'essentiel Online

Der Ausbau bei Igel

Zwischen Wasserbillig und dem wenige Kilometer entfernten Igel (Deutschland) wird die bestehende Schienenbahn auf einer Strecke von 1,8 Kilometern um ein weiteres Gleis erweitert. Luxemburg beteiligt sich an den Kosten in ungefähr derselben Höhe wie der deutsche Staat (je rund 8 Millionen Euro). Das Land Rheinland-Pfalz übernimmt eine Million Euro, die DB rund zwei Millionen Euro. Den Rest zahlt Berlin.Insgesamt wird der Ausbau 19,6 Millionen Euro kosten.

Die Bauarbeiten sollen Ende 2013 beginnen. Für Zugkunden bedeutet die Erweiterung, dass sie ab 2014 auf der Strecke Luxemburg - Trier sieben Minuten Fahrzeit einsparen.

Der deutsche Verkehrsminister Peter Ramsauer betonte, dass der Ausbau ohne die «spendablen Nachbarn» aus Luxemburg weitaus schwieriger umzusetzen gewesen wäre.

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