Ranga Yogeshwar – Deutsche können Flüchtlinge daheim aufnehmen

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Ranga YogeshwarDeutsche können Flüchtlinge daheim aufnehmen

In der Talkshow «Günther Jauch» ging es am Sonntag um die Flüchtlinge. Der Luxemburger Ranga Yogeshwar schlug vor, dass die Deutschen mehr Patenschaften übernehmen.

Günther Jauch machte in seiner Sonntagabend-Talkshow den Auftakt zur ARD-Themenwoche «Heimat» – der Begriff soll dabei in verschiedensten Facetten beleuchtet werden. Mit «Flüchtlingsrepublik Deutschland – wo liegen unsere Grenzen?» kam am Sonntagabend ein aktuelles Thema zur Sprache.

Eingeladen war nebst anderen prominenten Köpfen wie Kanzleramts-Chef Peter Altmaier (57) und Sänger Herbert Grönemeyer auch Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar (56). Der Luxemburger plädierte unter anderem dafür, dass die Deutschen mehr Patenschaften für die Flüchtlinge übernehmen: «Da bekommt der Flüchtling plötzlich eine Identität.» Wenn man im Zuge der Flüchtlingsdebatte an Grenzen st0ße, läge das nicht an zu vielen Flüchtlingen, sondern an verkrusteten Strukturen. Die Aufnahmefähigkeit in der Zivilgesellschaft werde «völlig unterschätzt». Im Prinzip könnten mehr Bürger Flüchtlinge bei sich aufnehmen und dürften Politik und Verwaltung nicht mit der Organisation alleine lassen. Auf Menschen, die Flüchtlinge bei sich aufnehmen, sei er «richtig stolz».

Portal für bessere Vernetzung

Lob fand Yogeshwar für die deutsche Kanzlerin, die sich seit dem Sommer meinungsfest für eine Willkommenskultur der Flüchtlinge im Land ausspricht: «Auf diese Angela Merkel bin ich stolz.» Zudem sprach sich Yogeshwar dafür aus, Flüchtlinge schnell in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Allerdings könnte die Mobilisierung der Helfer über soziale Medien besser verlaufen. Daher will Yogeshwar ein neues Portal, auf dem Helfer registriert und mit der Verwaltung zusammengebracht werden, auf den Weg bringen. Das Portal wird derzeit noch in Hennef, Yogeshwars Wohnstadt, getestet. Unter anderem wird das Portal in Zusammenarbeit mit SAP betrieben.

Reichensteuer zugunsten von Flüchtlingen

Grönemeyer gab sich – ähnlich wie Til Schweiger im August bei «Menschen bei Maischberger», er sagte damals zu einem CSU-Politiker: «Sie gehen mir auf den Sack!» – ziemlich angriffslustig. Er attackierte etwa den bayrischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer frontal: «Das ist doch verbale Brandstiftung, was der Seehofer macht.» Der CSU-Chef kritisierte jüngst die offene Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel.

Schließlich brachte Grönemeyer auch die Idee einer Reichensteuer, deren Einnahmen Asylsuchenden zugute kommen würden, ins Spiel. «Man kann sich auch überlegen, ob man nicht den Besserverdienern in Deutschland etwas ans Geld geht.»

(L'essentiel/scy)

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