100 Stunden lang – Deutsche Lokführer planen «Mammut-Streik»

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100 Stunden langDeutsche Lokführer planen «Mammut-Streik»

Zwischen Donnerstagnacht und Montagmorgen stehen in ganz Deutschland die Züge still. Auch Reisende in der Großregion müssen sich auf Verzögerungen einstellen.

Das deutsche Schienennetz kommt voraussichtlich ab Donnerstag vier Tage lang vollständig zum Erliegen.

Das deutsche Schienennetz kommt voraussichtlich ab Donnerstag vier Tage lang vollständig zum Erliegen.

DPA

Die Lokführergewerkschaft GDL hat zu einem insgesamt mehr als viertägigen Streik bei der Deutschen Bahn aufgerufen. Der bundesweite Ausstand soll im Personenverkehr am Donnerstag um 2.00 Uhr beginnen, im Güterverkehr bereits am Mittwoch um 15.00 Uhr. Das Ende des Streiks ist für Montag, den 10. November, um 4.00 Uhr geplant.

Betroffen sind alle Fern- und Nahverkehrszüge sowie S-Bahnen. Reisende und Bahnpendler müssen in dieser Zeit mit massiven Behinderungen rechnen. Auch auf der Strecke zwischen Trier und Luxemburg dürfte sich der Streik folglich auswirken. Nähere Informationen dazu liegen aber noch nicht vor. Für Reisende nach Belgien kommt es am Donnerstag ganz dick: Denn auch dort bringt ein Generalstreik einen Teil des Schienennetzes, vor allem in der Hauptstadt Brüssel, zum Erliegen.

Die GDL begründete die geplante Arbeitsniederlegung mit der Weigerung der Bahn, über einen eigenständigen Tarifvertrag auch für Berufsgruppen zu verhandeln, die nicht Lokführer sind.

Einigungsversuch gescheitert

Ein Einigungsversuch beider Seiten war am Sonntag gescheitert. Anschließend hatte die GDL weitere Arbeitskämpfe angekündigt, jedoch zunächst kein Datum dafür genannt.

Nach Darstellung der Bahn war eine Vereinbarung, wonach die GDL einen eigenständigen Tarifvertrag für Zugbegleiter erhalten sollte, am Sonntag fast schon unterschriftsreif.

Die GDL-Spitzengremien lehnten den Vorschlag jedoch ab. Letztlich wäre die Verhandlungsmacht für die Zugbegleiter bei der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) geblieben, lautete die Begründung.

(L'essentiel/dpa)

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