Schnelltest-Maske – Deutsche Polizisten haben den Durchblick

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Schnelltest-MaskeDeutsche Polizisten haben den Durchblick

Laser, Augenscan und Wischkarten: Die deutsche Polizei kämpft mit neuer Technik gegen benebelte Autofahrer.

Die neuen Waffen der Polizei im Kampf gegen Kiffer und Koksnasen am Steuer heißen «Seeker», «TruNarc» und «Pupillograph». Sie sollen in Zukunft bei auffälligen Verkehrsteilnehmern schneller feststellen, ob diese Drogen konsumiert haben oder im Besitz von psychoaktiven Substanzen sind. Am Mittwoch haben Hamburger Beamte die neuen Geräte in einer Verkehrskontrolle vorgeführt.

Dabei zeigten sie, wie schnell der Seeker im Schweiß von den Händen eines Verkehrsteilnehmers Drogenspuren nachweisen kann. Die Flüssigkeit wird mit einer sogenannten Wischkarte aufgenommen, die danach in den Detektor gesteckt wird. Der Clou: Für den Test muss der Lenker nicht mal sein Fahrzeug verlassen.

Der Pupillograph ist «spacig»

TruNarc ist der Drogenspürhund der Hightechgeräte: Mit einem Laserstrahl untersucht TruNarc den Inhalt von verschweißten Verpackungen auf Drogen, ohne dabei die Packungen zu zerstören.

Bei der Vorführung hat der Pupillograph den größten Eindruck hinterlassen. Das Gerät wird dem Lenker wie eine Brille aufgesetzt und misst die Reaktion der Pupillen. «Ich bin überrascht, wie modern die Polizei ausgerüstet ist. Die Geräte sind ja echt spacig», sagt ein Teilnehmer gegenüber der «Hamburger Morgenpost».

Nicht nur die technischen Mittel entscheidend

Doch wie kommt es dazu, dass Autofahrer überhaupt auf Drogenkonsum überprüft werden? Ein Polizeisprecher erklärt: «Unsere Polizisten kontrollieren Autofahrer, die ihnen aufgrund von Verhaltensweisen oder körperlichen Merkmalen auffallen».

Damit waren sie zumindest im Jahr 2010 sehr erfolgreich. Laut einer Studie zu «Drogen am Steuer» konnte bei 89 Prozent der kontrollierten Lenker effektiv eine oder mehrere psychoaktive Substanzen nachgewiesen werden. Viele Verkehrsteilnehmer hatten gleich mehrere Drogen aufs Mal intus.

Die Studie zeigte zudem, dass das Blut in manchen Fällen beachtliche Drogenkonzentrationen aufwies, besonders bei Alkohol, Cannabis und Kokain. Das ließe den Schluss zu, dass die Verkehrssünder hohe Dosen kurz vor dem Losfahren – oder sogar am Steuer – einnahmen.

(L'essentiel/al)

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