«Contrôle technique» – Deutsche Prüfer wollen uns unter die Haube blicken

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«Contrôle technique»Deutsche Prüfer wollen uns unter die Haube blicken

LUXEMBURG - Am Montag geht das Monopol der SNCT als Kfz-Prüfdienstleister zu Ende. Zwei deutsche Branchengrößen wollen Sandweiler Konkurrenz machen.

Die SNCT in Sandweiler bekommt künftig Konkurrenz.

Die SNCT in Sandweiler bekommt künftig Konkurrenz.

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Ab Montag, 1. Februar, verliert die Nationale Gesellschaft für technische Überwachung (SNCT) in Sandweiler ihr Monopol zur Durchführung der Kfz-Hauptuntersuchung. Luxemburg setzt mit der Gesetzesreform eine europäische Richtlinie in nationales Recht um. Autofahrer können die gesetzlich vorgeschriebene technische Kontrolle ihrer Fahrzeuge damit künftig auch bei anderen, privaten Gesellschaften durchführen lassen.

Wie L'essentiel bestätigt wurde, bekunden zwei deutsche Branchen-Größen Interesse daran, sich als Kfz-Prüfdienstleister in Luxemburg anzusiedeln. Es handelt sich um die Firmen Dekra und TÜV Rheinland. Die Website paperjam.lu hatte am Donnerstag über das Interesse der beiden Firmen berichtet. «Ja, wir prüfen derzeit die Möglichkeit, als Kfz-Prüfer in Luxemburg aktiv zu werden», bestätigt Holger Hütz, Direktor von TÜV Rheinland Luxemburg, gegenüber L'essentiel. Das Unternehmen ist bereits jetzt auf dem Gebiet der Fahrzeuggenehmigung im Großherzogtum engagiert.

Im Interesse der Verkehrssicherheit

Ähnlich äußert man sich bei Dekra. Der deutsche Weltmarktführer für Fahrzeugprüfungen hat ebenfalls Interesse an einer Expansion in Luxemburg. «Die Liberalisierung im Prüfwesen, die nun in Kraft tritt, begrüßen wir grundsätzlich», teilt Dekra-Sprecher Wolfgang Sigloch auf Nachfrage von L'essentiel mit. «Das System der wiederkehrenden Fahrzeugprüfungen durch staatlich beliehene unabhängige Überwachungsorganisationen hat sich in vielen Ländern bewährt und ist im Interesse der Verkehrssicherheit.»

Der bisherige Platzhirsch ist vom Interesse der Privatfirmen nicht überrascht. «Das ist das Prinzip der Marktliberalisierung. Es liegt nicht an uns, das zu kommentieren», sagt Armand Biberich, Direktor der SNCT. «Wir werden unsere Arbeit fortsetzen und versuchen, den Bedürfnissen der Kundschaft gerecht zu werden. Wir haben darüber hinaus Partnerschaften mit den Autohändlern geschlossen, um eine Nähe zu den Autofahrern in Luxemburg herzustellen.»

Laut Auskunft des Infrastrukturministeriums müssen interessierte Kfz-Prüfdienstleister ein Bewerbungsdossier beim Ministerium einreichen. Selbiges wird dann von einer Kommission überprüft.

(Gaël Padiou und Jörg Tschürtz/L'essentiel)

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