Selbst radikalisiert – Deutscher Elitesoldat als Islamist entlarvt

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Selbst radikalisiertDeutscher Elitesoldat als Islamist entlarvt

Ein Soldat des Kommandos Spezialkräfte wurde als Extremist enttarnt. Nun wurde er von der Bundeswehr entlassen.

Bereits im vergangenen Jahr war ein Soldat beim Kommando Spezialkräfte (KSK) aufgefallen. Daraufhin wurde er vom militärischen Abschirmdienst in die Kategorie «Rot» als Extremist eingestuft. Darunter werden Soldaten gefasst, denen aktive und teilweise gewalttätige Bestrebungen gegen die demokratische Grundordnung nachgewiesen werden können. Nach Informationen der dpa wurde er Anfang dieses Jahres nach einem Disziplinarverfahren entlassen. Das berichtet der «Spiegel».

Aus Bundeswehrkreisen heißt es, dass er sich zuerst unentdeckt selbst radikalisierte und sich dann immer mehr in eine Form des radikalen Islamismus steigerte. So habe der Beschuldigte wiederholt für ein islamistisches Kalifat geschwärmt, wie es der Islamische Staat in Syrien für kurze Zeit aufgebaut hatte, schreibt der Spiegel.

2019 gleich 14 Extremisten entlarvt

Das KSK sorgte in den letzten Jahren immer wieder wegen rechtsextremistischer Vorfälle für Schlagzeilen. Aus diesem Grund wurde im Mai von der Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die ein Konzept zur Bekämpfung des Extremismus in der Elitegruppe erarbeiten soll.

Der Militärische Abschirmdienst enttarnte in den letzten Jahren einige Islamisten bei der Bundeswehr. 2019 wurden gleich 14 Extremisten entlarvt, dazu gehörten acht Rechtsextremisten, vier Islamisten und zwei sogenannte Reichsbürger.

Das KSK, dem etwa 1400 Kommandosoldaten und Unterstützungskräfte angehören, ist eine geheim operierende Einheit, die im baden-württembergischen Calw stationiert ist. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Bekämpfung von Terroristen und Kriegsverbrechern, die Rettung Deutscher aus Kriegsgebieten und die Ausbildung verbündeter Streitkräfte.

(L'essentiel/mb)

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