Unwetter gemeldet – Deutschland blickt mit Unbehagen aufs Wochenende

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Unwetter gemeldetDeutschland blickt mit Unbehagen aufs Wochenende

Die Aufräumarbeiten wegen des Hochwassers laufen auf Hochtouren. Doch die Menschen in den betroffenen Gebieten sorgen sich bereits wieder ob der nächsten Wetteraussichten.

«Es kommen neue Unwetter, ja», sagt Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst dem «Spiegel». Diese Aussage dürften die Menschen in Westdeutschland mit großer Sorge hören.

Sie sind noch immer mitten in den Aufräumarbeiten- und Rettungsmaßnahmen. Die Hochwasserkatastrophe liegt erst sechs Tage zurück und noch herrscht überall Zerstörung. Weiterhin werden Leichen geborgen, die Zahl der Toten ist inzwischen auf 175 gestiegen.

Starkregen, Sturmböen und Hagel

An den zwei Hochwasser-Horrortagen waren letzte Woche in Teilen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen über 200 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen– Mengen, die sonst im Westen Deutschlands eher über Zeiträume von zwei bis vier Monaten verzeichnet werden. Eine verheerende Flut war die Folge.

Bahnt sich am Wochenende die nächste Katastrophe an? Am Samstag erwartet der Deutsche Wetterdienst, dass sich in Rheinland-Pfalz von Südwesten schauerartige oder gewittrige Regenfälle ausbreiten. Es könne auch zu Hagel, Sturmböen und Starkregen kommen. Mit ersten Schauern wird bereits in der Nacht in der vom Hochwasser ohnehin schon schwer betroffenen Eifel gerechnet.

Böden nehmen kein Wasser mehr auf

Ab Samstagnachmittag soll es auch in Nordrhein-Westfalen schauerartigen Regen geben. Dabei seien auch einzelne kräftige Gewitter mit Starkregen möglich, lokal herrsche auch hier Unwettergefahr, so die Meteorologen. Dazu muss auch in Teilen Bayerns mit Gewittern und schweren Regenfällen gerechnet werden.

Sie mahnen, das Unwetter-Potential ernst zunehmen. Die Sorge: Auch in geringen Mengen kann neuer Regen zum Problem werden und Bäche wieder anschwellen lassen, weil die Böden zu nass sind, um noch mehr Wasser aufnehmen zu können.

Tief «Dirk» ist nicht Tief «Bernd»

Dennoch ist es wenig wahrscheinlich, dass sich die Unwetter und Regenfälle zu einer erneuten Flutkatastrophe auswachsen, zumal die Großwetterlage jetzt eine andere ist, als bei Tief «Bernd» von letzter Woche: «Da kamen mehrere Tage Starkregen und vor allem Dauerregen mit riesigen Niederschlagsmengen über einem größeren Gebiet zusammen, was dann zum Übertreten von Flüssen und Bächen und den heftigen Überschwemmungen geführt hat», sagt Meteorologe Andreas Friedrich.

Das dieses Wochenende erwartete Tief «Dirk» aber werde sich im Gegensatz zu «Bernd» nicht über Tage festsetzen, sondern angetrieben von stärkeren Luftströmungen durchziehen, so Friedrich weiter. Die gleiche Voraussage macht auch Meteorologe Jan Schenk vom deutschen «The Weather Channel».

«Es werden 2021 noch weitere Ereignisse hinzukommen»

Das heißt nicht, dass es lokal wegen des starken Regens nicht doch zu Erdrutschen und überfluteten Kellern kommen kann. «Was genau passiert, hängt aber von den konkreten Gegebenheiten vor Ort ab», sagt Meteorologe Friedrich. Es lasse sich aber wohl erst im Verlaufe des Samstagnachmittags näher eingrenzen, welche Gebiete in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen vom Unwetter betroffen sein werden. «Dann geben wir auch eine Vorabinformation heraus», so Meteorologe Friedrich.

Mit Blick auf die schwer verwüsteten Gebiete rund um den Einzugsbereich des Flusses Ahr in Rheinland-Pfalz und im Einzugsbereich der Erft, Kyll, Mosel, der Wupper und der Rur in Nordrhein-Westfalen sagt der Meteorologe: «Wenn wir Glück haben, ziehen die Gewitter einfach vorbei.»

Darauf hoffen alle. Doch es geht nicht nur um dieses kommende Wochenende. So weist der Deutsche Wetterdienst darauf hin, dass Deutschland bereits seit Mai von einer ganzen Serie solcher Extremregenfälle heimgesucht wird. Die Saison gehe noch bis September. «Es ist also davon auszugehen, dass noch weitere Ereignisse in 2021 hinzukommen werden.»

(L'essentiel/gux)

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