Kein Ende in Sicht: Deutschland leidet unter rekordhoher Inflation von über zehn Prozent

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Kein Ende in SichtDeutschland leidet unter rekordhoher Inflation von über zehn Prozent

Die Inflation in Deutschland liegt bei über zehn Prozent – Konsumentinnen und Konsumenten leiden. Vor allem die Energiepreise stiegen massiv an. Ein Ende der Teuerungsspirale ist noch nicht in Sicht.

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Deutsche Konsumentinnen und Konsumenten bekommen für ihr Geld deutlich weniger als vor einem Jahr.

Deutsche Konsumentinnen und Konsumenten bekommen für ihr Geld deutlich weniger als vor einem Jahr.

IMAGO/Lobeca
Nahrungsmittel wurden innerhalb eines Jahres rund 20 Prozent teurer.

Nahrungsmittel wurden innerhalb eines Jahres rund 20 Prozent teurer.

IMAGO/Martin Wagner
Energieminister Robert Habeck in Erklärungsnot: Energie wurde 43 Prozent teurer.

Energieminister Robert Habeck in Erklärungsnot: Energie wurde 43 Prozent teurer.

IMAGO/Mike Schmidt

Hohe Energie- und Lebensmittelpreise haben die Inflation in Deutschland im Oktober über die Marke von zehn Prozent getrieben. Die Verbraucherpreise stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 10,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden anhand vorläufiger Daten mitteilte. Im September war eine Inflationsrate von 10,0 Prozent verzeichnet worden. Es war der höchste Wert seit etwa 70 Jahren. Die Menschen müssen sich nach Einschätzung von Volkswirten vorerst auf weiter hohe Teuerungsraten einstellen.

Strom fast doppelt so teuer wie im Vorjahr

Hohe Inflationsraten schmälern die Kaufkraft von Verbraucherinnen und Verbrauchern: Diese können sich für einen Euro weniger leisten. Das kann den Privatkonsum als wichtige Konjunkturstütze dämpfen. Für Energie mussten Verbraucher im Oktober 43,0 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor, Nahrungsmittel verteuerten sich um 20,3 Prozent.

Eine rasche Entspannung bei der Inflation ist vorerst nicht in Sicht. Nach Darstellung des Ifo-Instituts müssen sich die Menschen weiter auf deutlich höhere Preise beim Lebensmittelkauf einstellen. Rund 97 Prozent der befragten Lebensmittelhändler wollten mehr verlangen. «Die Inflationswelle ist noch nicht gebrochen», sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. «Vor allem die hohen Energiekosten sind noch nicht vollständig auf die Verbraucher überwälzt.»

Fast ein Prozent Teuerung in einem Monat

Der jüngste Rückgang der Großhandelspreise für Gas wird nach Angaben von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck erst mit einiger Verzögerung bei Bürgern und Unternehmen ankommen. Im Vergleich zum Vormonat September stiegen die Verbraucherpreise in Europas größter Volkswirtschaft den vorläufigen Daten zufolge im Oktober um 0,9 Prozent.

Die Bundesregierung will Verbraucher und Unternehmen wegen der stark steigenden Energiepreise mit einem Abwehrschirm von bis zu 200 Milliarden Euro unterstützen. Davon sollen auch eine Gas- und eine Strompreisbremse finanziert werden. Details zu den geplanten Energiepreisbremsen sind allerdings noch offen. Bisher hat die Bundesregierung eine Einmalzahlung auf den Weg gebracht: Im Dezember sollen die Gas-Abschlagszahlungen übernommen werden.

Inflationsraten auf dem derzeitigen Niveau gab es im wiedervereinigten Deutschland noch nie. In den alten Bundesländern wurden Raten von zehn Prozent und mehr Anfang der 1950er-Jahre gemessen, allerdings hat sich die Berechnungsmethode im Laufe der Zeit geändert.

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(afp/dpa )

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