WM 2022: «Riesen-Enttäuschung» nach starker Botschaft – Japan schockt DFB-Team

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WM 2022«Riesen-Enttäuschung» nach starker Botschaft – Japan schockt DFB-Team

Das deutsche Nationalteam erlebt den nächsten WM-Schock. Wie 2018 geht der Auftakt verloren. Beim 1:2 gegen Japan rächt sich der Chancenwucher. Vor der Partie gibt es eine viel beachtete Geste.

23.11.2022, Katar, Al-Rajjan: Fußball: WM, Deutschland - Japan, Vorrunde, Gruppe E, Spieltag 1, Chalifa International Stadium, Deutsche Fans schwenken vor dem Spiel schwarz-rot-goldene Fahnen. Foto: Tom Weller/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Erst lagen die DFB-Jungs noch in Führung.

AFP

Völlig frustriert zog sich Manuel Neuer das Trikot über den Kopf und warf seine Handschuhe samt der vermaledeiten Kapitänsbinde auf den Rasen. Fassungslos erlebte die deutsche Nationalmannschaft nach einer vielsagenden Geste gegen die FIFA den nächsten WM-Auftaktschock. Durch das 1:2 (1:0) gegen Japan droht wie 2018 in Russland schon wieder das Vorrunden-Aus. Zwei Joker-Tore des Freiburgers Ritsu Doan (75. Minute) und des Bochumers Takuma Asano (83.) rissen Bundestrainer Hansi Flick und sein Team aus allen Träumen. Die zahlreichen vergebenen Chancen nach dem Elfmetertor von Ilkay Gündogan (33.) rächten sich brutal.

«Das ist brutal enttäuschend», gestand Flick in der ARD. «Wir haben viele Torchancen nicht gemacht. Man muss einfach sagen: Da hat Japan uns, was die Effizienz angeht, klar geschlagen.» Von einer «Riesen-Enttäuschung» sprach auch Neuer. «Für mich ist es so knapp nach dem Spiel schwer zu verstehen, wie wir das aus der Hand gegeben haben», sagte der Torhüter.

«Die Effektivität hat an beiden Enden nicht gepasst. Es ist aberwitzig, dass wir hier mit einer Niederlage dastehen. Am Ende müssen wir uns die mangelnde Effizienz ganz klar vorwerfen», bemängelte Thomas Müller selbstkritisch. «Wir haben es Japan zu einfach gemacht. Gerade beim zweiten Tor, ich weiß nicht, ob jemals bei einer WM ein einfacheres Tor erzielt wurde, das darf nicht passieren», klagte Torschütze Gündogan.

Japaner nutzten Ballgewinne

Vor dem Anpfiff punkteten die Fußball-Nationalspieler noch mit einer vielsagenden Geste gegen die FIFA. Nach dem Verbot der «One Love»-Binde hielten sich Neuer und seine zehn Teamkollegen beim Mannschaftsfoto vor dem Anpfiff demonstrativ die Hand vor den Mund. Ein starkes Bild, das da vor 42.608 Zuschauern aus dem Chalifa-International Stadium in die Welt hinausging.

Nach dem Symbol vor dem Anpfiff gab es auf dem Rasen direkt eine klare Rollenverteilung. Die Japaner überließen dem DFB-Team komplett das Spiel und warteten lediglich auf die gefürchteten Umschaltmomente nach eigenen Ballgewinnen. Auch wenn Flick genau vor dieser Qualität gewarnt hatte, sorgte der viermalige Asienmeister damit für Gefahr. Auf dem Platz präsentierte sich das DFB-Team lange gut, auch wenn Flick in seiner großen Coaching Zone nur einmal jubeln durfte. Das Auslassen mehrerer Topchancen wurde am Ende bestraft: Die Defensive zerfiel bis auf Torwart Neuer zusehends.

Am Sonntag geht es gegen Spanien schon um alles beim Kampf um den Einzug ins Achtelfinale. Die Hand-vorm-Mund-Aktion der Nationalspieler könnte der Auftakt zu den bekannten drei Affen gewesen sein: Diesmal nichts sagen – und dann womöglich nichts hören und nichts sehen bei den weiteren zwei Vorrundenspielen.

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(DPA)

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