Open-Source-Gerät – Die Billig-Spielkonsole räumt ab
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Open-Source-GerätDie Billig-Spielkonsole räumt ab

Das US-Unternehmen Ouya scheint mit seiner geplanten Android-Spielkonsole den Nerv der Zeit getroffen zu haben. Innerhalb von 24 Stunden haben Fans zwei Millionen US-Dollar locker gemacht.

Ist von Spielkonsolen die Rede, so dreht sich das Gespräch in der Regel um Microsofts Xbox, die Sony Playstation oder um die auf Herbst angekündigte Wii U von Nintendo. Jetzt ist es aber einem Branchenneuling gelungen, die Aufmerksamkeit der Game-Community auf sich zu lenken - und wie.

Die Spielkonsole Ouya basiert auf Android und ist ausgereift genug, um in die Massenproduktion zu gehen. Damit das nötige Kleingeld dafür zusammenkommt, haben sich die Hersteller für die Crowdfounding-Plattform Kickstarter entschieden. Ihr Ziel war es, innerhalb von einem Monat rund 950 000 US-Dollar zu bekommen. Dieses Ziel wurde bei weitem übertroffen, in den ersten 24 Stunden haben Fans über zwei Millionen US-Dollar lockergemacht. Geht das so weiter, liegt ein zweistelliger Millionenbetrag drin, da die Finanzierungsrunde noch ganze 28 Tage läuft.

«Wir mögen es nicht, wenn sich Leute betrogen fühlen»

Ouya soll deutlich günstiger als Konkurrenzprodukte sein und für einen Preis von 99 US-Dollar in den Handel kommen. Verläuft alles nach Plan, soll es bereits im kommenden März so weit sein. In einem Interview mit dem Game-Portal «Kotaku» sagte Projektleiterin Julie Uhrman: «Wir glauben nicht, dass die Konsolen-Hersteller tot sind. Wir sind aber der Überzeugung, dass die Zeit reif ist, um das Geschäftsmodell zu überdenken. Denn wir mögen es nicht, wenn Leute 60 Dollar für ein Spiel bezahlen und sich betrogen fühlen. Wir mögen es auch nicht, dass Entwickler nicht für eine Plattform arbeiten können, nur weil sie zu teuer ist.»

Mit Ouya fallen für Entwickler keine Lizenzgebühren an, das System ist vollkommen offen. Der im Preis von 99 US-Dollar enthaltene Controller verfügt neben klassischen Steuerknöpfen zusätzlich über ein Touchpad. Ein zusätzlicher Controller schlägt mit 30 US-Dollar zu Buche.

Android 4.0 an Bord

Als Betriebssystem ist Android 4.0 zum Zug gekommen. Damit können Entwickler bestehende Android-Apps mit geringem Aufwand auf Ouya portieren. Per HDMI-Kabel wird die Konsole mit einem Fernseher verbunden. Unterstützt wird eine Auflösung von bis zu 1080p. Mittels USB 2.0 und Bluetooth können weitere Geräte angeschlossen werden.

Im Innern taktet wie beim Nexus 7 ein Tegra-3-Prozessor, der Arbeitsspeicher ist ein Gigabyte groß. Aufgrund der Hardware-Komponenten kommt Ouya nicht an die Leistung einer PS3 oder einer Xbox ran und dürfte eher die Wii von Nintendo konkurrenzieren. Wir sind gespannt auf ein erstes Testgerät.

(L'essentiel Online/mbu)

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