«Fox»-Frau Megyn Kelly – Die coole Blonde, die Trump zur Weißglut treibt

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«Fox»-Frau Megyn KellyDie coole Blonde, die Trump zur Weißglut treibt

Weil Megyn Kelly die heutige TV-Debatte auf «Fox News» moderiert und Fragen stellt, stieg Donald Trump aus. Denn die Blondine hat ein Talent, das er nicht erträgt.

Gegen diese Frau konnte sich Donald Trump nicht durchsetzen. Eine Woche lang hatte der derzeit dominierende Republikaner im US-Präsidentschaftsrennen vom TV-Sender Fox News verlangt, dass Megyn Kelly an der Debatte vom Donnerstagabend nicht die Fragen stellen dürfe. Doch Programmchef Roger Ailes stellte sich vor Kelly und die anderen zwei Moderatoren. Beleidigt gab Trump auf.

Während Washington werweißt, ob der Debattenrückzieher Trump bei den Parteiversammlungen von Iowa am Montag schaden wird, fragt sich Amerika: Wer ist denn diese Megyn Kelly? Das Hochglanzmagazin Vanity Fair gab eine Antwort, indem es die gut aussehende 45-Jährige aufs Titelblatt der Februar-Nummer hob, fotografiert von Patrick Demarchelier (siehe Video unten). Die Titelzeile: «Leg dich nicht mit Megyn Kelly an – Fox News' hellstem, härtestem Star».

Quotenrenner

Tatsächlich ist der Ruhm der TV-Frau gegenwärtig kaum zu überbieten. Ihre Sendung «The Kelly File» gibt dem führenden Newssender Amerikas jeden Abend um 21 Uhr Einschaltquoten, die höchstens vom Routinier Bill O'Reilly eine Stunde vorher übertroffen werden. Die Blondine führt in unterhaltsamer Weise durch ein einstündiges Programm mit News-Segmenten und aktuellen Interviews. Immer bestens vorbereitet, bietet die frühere Rechtsanwältin mit ihrer natürlichen Autorität jedem Gast Paroli.

Weil sie sich niemandem andient und ihre konservative Grundeinstellung mit erfrischenden Relativierungen auflockert, hat Kelly sogar den Respekt des linken Spektrums gewonnen. Der HBO-Komiker Bill Maher zollte ihr Respekt, wenn auch mit einem Seitenhieb auf Fox News: «Sie ist wie das blonde Drachenmädchen in ‹Game of Thrones›. Alle anderen sind Zombies oder Zwerge, oder sie vögeln ihre Schwestern.»

«Blut aus den Augen ....»

Megyn Kellys Spezialität sind «zingers», was man mit «freche Seitenhiebe» übersetzen könnte. Dazu ist sie äußerst direkt: Als ein Radio-Talker ihr vorwarf, nach der Geburt ihrer Tochter drei Monate Mutterschaftsurlaub genommen zu haben, sagte sie ihm ins Gesicht: «Was für ein Schwachsinn!» Den republikanischen Guru Karl Rove blamierte sie spät in der Wahlnacht von 2012, als dieser einen Sieg Mitt Romneys gegen Barack Obama voraussagte. Kellys schnippische Frage: «Dient Ihnen diese Mathematik dazu, sich als Republikaner besser zu fühlen?»

Den größten Mut bewies Kelly jedoch letzten August in der ersten Republikanerdebatte. Gleich in der ersten Frage konfrontierte sie Donald Trump mit einer Reihe seiner frauenhasserischen Zitate, was diesem sichtlich unangenehm war. Nach der Debatte griff er Kelly mit persönlichen Beleidigungen an. Bei ihr sei «Blut aus den Augen und anderswoher gekommen», sagte er.

Vorbild Oprah Winfrey

Die unerschrockene Selbstständigkeit der dreifachen Mutter hat sie laut «Vanity Fair» zu einer Ikone für all jene Frauen werden lassen, die sich nicht ins Korsett des Feminismus einschnüren lassen wollen. Ihr eigenes Vorbild, sagt sie, sei die Talkerin Oprah Winfrey, denn diese «hat sich nie in der Opferrolle gesuhlt, nie die Frauenkarte oder die Rassenkarte ausgespielt».

Fotosession mit dem Starfotografen Patrick Demarchelier:

Watch this on The Scene.

(L'essentiel)

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