Neuer Ombudsman für Kinder – «Die Corona-Krise wird Ungleichheiten verstärken»

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Neuer Ombudsman für Kinder«Die Corona-Krise wird Ungleichheiten verstärken»

LUXEMBURG – Charel Schmit, der neue Ombudsman für Kinder und Jugendliche (OKaJu), hat Fragen von «L'essentiel» zu den Herausforderungen der aktuellen Zeit beantwortet.

Charel Schmit, der neue Ombudsman für Kinder und Jugendliche (OKaJu), hat durch die Corona-Krise gleich zum Start seiner neuen Tätigkeit alle Hände voll zu tun.

Charel Schmit, der neue Ombudsman für Kinder und Jugendliche (OKaJu), hat durch die Corona-Krise gleich zum Start seiner neuen Tätigkeit alle Hände voll zu tun.

Charel Schmit hat die Position des Ombudsman für Kinder und Jugendliche (OKaJu) von René Schlechter übernommen, der zum Jahresende in den Ruhestand geht. Er beantwortet Fragen von L'essentiel.

L'essentiel: Was hat Sie motiviert, der neue OKaJu zu werden?

Charel Schmit: Ich habe Pädagogen und Sozialarbeiter ausgebildet und in Verbänden gearbeitet und war dabei dem nationalen Bildungs- und Justizministerium untergeordnet. Es waren die persönlichen Fälle von Kindern und Jugendlichen, die ich im Laufe der Jahre in meiner beruflichen Laufbahn kennengelernt habe, die mich motiviert haben, mich zu engagieren.

Was werden Ihre ersten Herausforderungen sein?

Man könnte meinen, dass Luxemburg die Konvention über die Rechte des Kindes vollständig umgesetzt hat, aber es gibt noch einiges zu tun. Wir müssen auch die Reform des Jugendschutzes verfolgen, damit einem jungen Menschen nicht wegen einfacher Disziplinlosigkeit oder weil er von zu Hause weggelaufen ist, die Freiheit entzogen werden kann. Schließlich ist es unabdingbar, dass im Rahmen der Verfassungsreform ein eigener Artikel den Rechten des Kindes gewidmet wird.

Welche Auswirkungen hatte die Corona-Pandemie auf die Kinder?

Die Corona-Krise wird wahrscheinlich die Ungleichheiten verstärken. Man darf nicht vergessen, dass viele Kinder, auch in Luxemburg, aus bescheidenen Haushalten stammen. Auch das Schulsystem ist durch das Coronavirus durcheinander gewirbelt worden, und nicht alle Eltern können es sich leisten, ihren Kindern die gleiche pädagogische Unterstützung zukommen zu lassen. Es wird notwendig sein, eine Bestandsaufnahme zu machen und ein zusätzliches Angebot vorzuschlagen, das es den Schülern ermöglicht, versäumten Stoff nachzuholen.

Geht die Sorge um die Chancengleichheit in der Schule auf die Corona-Krise zurück?

Nein, es gibt seit Jahrzehnten eine strukturelle Ungleichheit im öffentlichen Bildungswesen, die durch Studien wie Pisa aufgezeigt wird. Die Schulpflicht reicht nicht aus, um Gleichheit zu schaffen, wir müssen uns auch darum kümmern, ob die Schüler gut ausgestattet sind, wenn sie die Schule verlassen. Es ist ein langfristiges Projekt, und es wird nicht von jetzt auf gleich gelöst werden können.

(Séverine Goffin/L'essentiel)

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