Gegen EU-Sozialpolitik – Die Demo ist zu Ende

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Gegen EU-SozialpolitikDie Demo ist zu Ende

LUXEMBURG - Die Großdemonstration auf der Place de la Constitution geht ihrem Ende entgegen. Derzeit bilden sich zahlreiche Staus in der Innenstadt.

Die Gewerkschaftsdemonstration gegen die EU-Sozialpolitik ist gegen 17 Uhr zu Ende gegangen. Nach Angaben der Polizei nahmen zwischen 7 000 und 7 500 Personen an der Protestaktion teil, die Veranstalter zählten jedoch rund 20 000 Menschen - so viele Teilnehmer hatten die europäischen Gewerkschaften sowie OGBL und LCGB auch erwartet. Die Demonstranten hatten sich gegen 14 Uhr vor dem hauptstädtischen Bahnhof eingefunden und waren dann zur Place de la Constitution gegangen. Derzeit löst sich die Versammlung auf. In der Innenstadt ist daher mit Staus zu rechnen.

Einwohner von Luxemburg-Stadt positiv gestimmt

Buskunden und Autofahrer müssen jedoch wegen Straßensperrungen andere Fahrwege in Kauf nehmen. «Die Hälfte von ihnen ist bereits informiert, die andere Hälfte wurde von der Demo überrascht», sagte Buskontrolleur Claude Dany, der dabei half, Buskunden über die alternativen Busrouten zu informieren. Christiane Nelly, die am Bahnhof vorbeikam, bewertete die Kundgebung positiv: «Ich überlege, ob ich mich ihr nicht noch anschließe».

Unterdessen erklärten die Organisatoren vor Ort, welchen Zweck die Großkundgebung hat. «Wir protestieren nicht wegen Griechenland, sondern weil wir die Interessen der europäischen Bürger verteidigen wollen. Die Entscheidungen, die in Brüssel getroffen werden, haben Folgen für alle», sagte einer der Organisatoren der Protestaktion, OGBL-Präsident Jean-Claude Reding gegenüber «L’essentiel Online». «Die Forderung der Kommission vom vergangenen Montag, die Sparpolitik in der EU zu verstärken, werden wir auch hier spüren», so Reding weiter. Luxemburg will bis 2014 einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen. Somit könne die Anfrage aus Brüssel den Index gefährden, aber auch zu einer neuen Krisensteuer führen, betonte Reding.

Hauptproblem ist die Arbeitslosigkeit

Die Situation in Europa sei beunruhigend, bestätigt Bernadette Ségol, Generalsekretärin des Europäischen Gewerkschaftsbundes. Die Folgen der Finanzkrise sollten nicht auf die Arbeitnehmer übertragen werden, so Ségol weiter.

«Das Hauptproblem der EU ist nicht das Haushaltsdefizit, sondern die Arbeitslosigkeit», sagt Ignacio Toxo, Präsident des Europäischen Gewerkschaftsbundes.

Während des Treffens der Gewerkschaften mit Jean-Claude Juncker hat sich der Luxemburger Premierminister positiv zu einer Gebühr auf Finanztransaktionen, zum europäischen Investitionsprogramm und zur Forschungsförderung geäußert.

sb/pat/if/L'essentiel Online

Ein Demonstrant verletzt

Die Polizei meldet, dass ein Teilnehmer der Protestaktion in der Rue de Hollerich durch die Explosion eines Krachers verletzt wurde.

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