Luxemburger – Die «Finanz-Polizei» hat 2015 nicht verschlafen

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LuxemburgerDie «Finanz-Polizei» hat 2015 nicht verschlafen

LUXEMBURG – Die Finanzaufsicht musste sich im vergangenen Jahr mit 11.023 verdächtigen Transaktionen befassen. Das ist eine Steigerung von 60,54 Prozent gegenüber vom Vorjahr.

Die Finanzaufsicht hatte 2015 ganz schön viel zu tun.

Die Finanzaufsicht hatte 2015 ganz schön viel zu tun.

11.023 verdächtigte Finanzoperationen wurden 2015 von der Finanzaufsicht in Luxemburg registriert. Damit wurde der Rekord von 2012 mit 11.138 Anzeigen fast gebrochen. Gegenüber zum Vorjahr bedeuten die Zahlen von 2015 sogar eine Erhöhung von 60,54 Prozent. Das führt die «Cellule de renseignement financier» (CRF) auf einen bestimmten Anbieter des Finanzsektors zurück, der vor allem im Bereich des digitalen Handels aktiv sei. «Die Entwicklung dieser Plattform der digitalen Zahlungen generiert eine steigende Aktivität, was zu einer Erhöhung der verdächtigen Fällen führt», erklärt Michel Turk, der erste Amtsanwalt.

Fast alle (99,3 Prozent) der eingegangenen Vergehen in 2015 waren Geldwäsche-Delikte. Allerdings wurde auch in 67 Fällen wegen Finanzierung von Terrorismus ermittelt. Die CRF konnte allerdings feststellen, das der Informationsaustausch mit den Kollegen aus den Nachbarländern gut verläuft und wichtige Informationen über die Attentate des letzten Jahres weitergeleitet werden konnten. Um den Arbeitsanforderungen gerecht zu werden, hat die CRF ein neues Informatiksystem in Betrieb genommen. Es bleibt aber weiter unterbesetzt: Drei Untersuchungsrichter, fünf Finanzanalysten und vier Staatsangestellte bilden die Abteilung.

503 Rechtsfälle an die Staatsanwaltschaft geleitet

Von den 11.023 verdächtigen Operationen wurden 503 - hauptsächlich aus dem Finanzsektor - an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Es ging dabei um eine Gesamtsumme von 112,8 Millionen Euro. Im Einzelnen waren dies Betrugsfällen um 78 Millionen Euro, 11 Millionen bei Fälschungen und 8,5 Millionen bei Nachahmungen. Genauere Angaben, wie viel der Vermögen eingezogen wurde, konnte nicht gegeben werden. Ein Großteil der verdächtigen Finanzbetrügeren seien allerdings Franzosen gewesen (45 Prozent), dicht gefolgt von Einwohnern des Großherzogtum (43 Prozent).

Die CRF besitzt die Erlaubnis die Vermögen zu sperren. 2015 wurden so 308,4 Millionen Euro eingefroren. Dies erlaubt der Staatsanwaltschaft oder den internationalen Instanzen, die Fälle dann weiter zu verfolgen.

(Séverine Goffin/L'essentiel)

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