Australien – Die Flutwelle hat Brisbane erreicht

Publiziert

AustralienDie Flutwelle hat Brisbane erreicht

Das Wasser ist jetzt in der Großstadt. In Brisbane gab es wegen der Flut bereits erste Evakuierungen. Die Zahl der Vermissten steigt an.

Eine erste Flutwelle hat die australische Millionenstadt Brisbane erreicht. Der Fährverkehr sowie die Zug- und Busverbindungen wurden in Teilen der Stadt eingestellt. Die Polizei sperrte Straßen ab. Es wird erwartet, dass sich die Lage in Brisbane in den kommenden beiden Tagen noch verschärfen wird. In Erwartung des Hochwassers waren in der Zwei-Millionen-Stadt Zehntausende Sandsäcke gefüllt worden.

Bisher kosteten die Überschwemmungen im australischen Bundesstaat Queensland bereits mindestens acht Menschen das Leben. Vermisst wurden 72 Menschen, wie die Regierungs-Chefin von Queensland, Anna Bligh, am Dienstag sagte. Einige Ortschaften seien von der Außenwelt abgeschnitten.

Zahl der Opfer könnte sich erhöhen

Die Politikerin befürchtet, dass sich die Zahl der Opfer noch dramatisch erhöhen könnte. Ganze Familien würden vermisst, sagte die Regierungs-Chefin. Die Polizei rechnet damit, dass im südlichen Queensland die Zahl der Todesopfer auf mehr als 20 ansteigen könnte, wie die Zeitung «The Australian» in ihrer Online-Ausgabe am Dienstag schrieb.

Die Naturkatastrophe richtete bisher Schäden in Höhe von rund fünf Milliarden australischen Dollar an. Millionen Tonnen Obst, Getreide und Baumwolle wurden vernichtet, die Infrastruktur wurde teilweise zerstört. Mehr als 20 Städte wurden verwüstet. Dutzende Kohlebergwerke stehen unter Wasser, mit noch unabsehbaren Folgen für den weltweiten Kohlemarkt.

Schäden am Great Barrier Riff befürchtet

Die Umweltstiftung WWF warnte vor einer möglichen Gefährdung des vor der australischen Küste gelegenen Great Barrier Riffs durch das Hochwasser. «Sobald sich die Wassermassen zurückziehen und ins Meer ablaufen, wird es entlang des Riffs zu einer dramatischen Verschlechterung der Wasserqualität kommen», warnte Nick Heath vom WWF Australien in einer Pressemitteilung. Die mitgeschwemmten Sedimente seien durch Giftstoffe verunreinigt und aufgrund ihres hohen Gehalts an Stickstoff und Phosphor schädlich für das empfindliche Ökosystem.

(20min.ch/sda)

Deine Meinung