Corona-Pandemie – Die Großregion will aus der Coronakrise lernen

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Corona-PandemieDie Großregion will aus der Coronakrise lernen

SAARBRÜCKEN – Die Großregion will aus der Coronakrise lernen. Bei künftigen Krisen wollen alle gemeinsam, schneller und koordinierter reagieren.

Luxemburgs Ministerin für die Großregion, Corinne Cahen appellierte an die Nachbarländer, im Falle einer neuen Krise nicht «von der errungenen Freizügigkeit» der offenen Grenzen abzuweichen.

Luxemburgs Ministerin für die Großregion, Corinne Cahen appellierte an die Nachbarländer, im Falle einer neuen Krise nicht «von der errungenen Freizügigkeit» der offenen Grenzen abzuweichen.

DPA/Christoph Reichwein

Bei künftigen Krisen soll in der Großregion zwischen Mosel, Saar und Maas koordinierter und schneller reagiert werden können. Das erklärten Vertreter der Regionen aus vier Ländern am Donnerstag nach einem virtuellen Treffen unter saarländischem Vorsitz. Angeregt wurde eine Zusammenführung von Krisenstäben auf regionaler und lokaler Ebene -– wie dies bereits bei einer Taskforce Corona Großregion der Fall gewesen sei. Die Krisenstäbe sollten helfen, neue Formen der Zusammenarbeit zu finden.

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sagte nach dem «Zwischengipfel» der Saar-Präsidentschaft, die Großregion wolle aus der Corona-Krise gemeinsame Lehren ziehen. Die Krise habe «wie ein Brennglas gewirkt und einen unverstellten Blick auf unsere Kooperation in der Grenzregion eröffnet». Man sei sich einig, vor allem bei Gesundheit und Digitalisierung «gemeinsame und wegweisende Fortschritte» machen zu wollen.

« Die Gesundheitskrise hat uns gezeigt, wie wichtig die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist. »

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte: «Die zeitweiligen Schließungen vieler Grenzübergänge haben herbe Einschnitte für alle bedeutet. Es wird Zeit brauchen, bis wir wieder in bewährter Weise grenzüberschreitend zusammenarbeiten können.» Deshalb seien der Zusammenhalt und die Zusammenarbeit in der Großregion «wichtiger denn je».

Luxemburgs Ministerin für die Großregion, Corinne Cahen, begrüßte das Ende der Grenzkontrollen. Sie appellierte an die Nachbarländer, im Falle einer neuen epidemiologischen Krise nicht «von der errungenen Freizügigkeit» abzuweichen: «Es ist Zeit, die Lehren aus dieser Gesundheitskrise zu ziehen, die uns mehr denn je gezeigt hat, wie wichtig die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist», sagte sie.

230.000 Pendler in der Großregion

In der Großregion leben fast zwölf Millionen Einwohner – rund 230.000 Pendler überqueren in dem Raum täglich Ländergrenzen, um ihrer Arbeit nachzugehen. Neben dem Saarland, Rheinland-Pfalz und Luxemburg gehören auch die ostfranzösische Region Grand Est und Teile Ostbelgiens dazu.

(L'essentiel/dpa)

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