Freiwillige – Die Hoffnung auf bessere Tage ist ihr Antrieb

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FreiwilligeDie Hoffnung auf bessere Tage ist ihr Antrieb

ESCH/BELVAL - Der Leiter des Versorgungszentrums in der Rockhal ist beeindruckt vom Einsatz und der Motivation der vielen Freiwilligen.

In den «centre de soins avancés», wie hier in der Rockhal, sind zahlreiche freiwillige Helfer im Einsatz.

In den «centre de soins avancés», wie hier in der Rockhal, sind zahlreiche freiwillige Helfer im Einsatz.

L'essentiel

Laurent Chapelle wirkt ebenso enthusiastisch wie müde. Müde von der Arbeit als Leiter des Versorgungszentrums in der Rockhal und enthusiastisch von der Bereitschaft von Dutzenden Freiwilligen, die «alles tun, um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen». Laurent Chapelle wollte gegen Covid-19 «an der Front» bleiben und sagt heute, dass er sich geehrt fühlt, Teams zu koordinieren, auf die man sich «mit einem Lächeln, auch wenn es schwer fällt», verlassen könne.

«Das passiert eben nicht nur den anderen Menschen.»

«Hier in Esch-Belval hat einer unserer Freiwilligen zwei Verwandte in Italien verloren», sagte Chapelle, «und sein Onkel liegt derzeit im Krankenhaus. Sein Zustand ist kritisch.». Aber er sei hier, um zu helfen. «Wenn man das sieht, muss man Energie haben, um bereits den nächsten Schritt vorzubereiten» Denn es wird natürlich ein Vorher-Nachher «Coronavirus» geben.

Er selbst erlebt hier täglich die außergewöhnlichsten Situationen. «Wenn ich mit den Patienten spreche, ist vielen von ihnen bewusst geworden, dass das Leben kostbar ist», sagt Chapelle. «Das passiert eben nicht nur den anderen Menschen. Unser tägliches Leben kann über Nacht auf den Kopf gestellt werden».

«Wir arbeiten hart für jedes Szenario.»

Da uns alle bitten, zu Hause zu bleiben, was machen so viele Freiwillige in diesem Chaos, um die Coronavirus-Epidemie zu bekämpfen? «Eine kleine Stimme sagt mir, dass wir das alles umsonst tun», sagt Laurent Chapelle. «Aber eine zweite Stimme sagt mir, dass wir kämpfen müssen, um das zu verhindern». Das sei das erste, woran er beim Aufwachen denkt. «Wir tun alles, um uns auf das Schlimmste vorzubereiten und hoffen, dass es nicht passiert. Wir arbeiten hart für jedes Szenario.»

Die Freiwilligen seien jedenfalls darauf vorbereitet. «Von ihnen bin ich beeindruckt von der Art und Weise, wie wir die Öffentlichkeit schützen.», sagt Chapelle. Angesichts der Ausbreitung des Virus und der rapide steigenden Zahl der Todesopfer werden die kommenden Wochen in ganz Europa kompliziert sein, meint Laurent Chapelle: «Auf jeden Fall sind wir mit großer Entschlossenheit zu allem bereit». Er sagt nicht, dass er sich Sorgen um die Zukunft macht, aber er hat Angst. Nicht um sich selbst, sondern «nicht alle Menschen begleiten zu können». Aber, meint er: «Wir haben viel Hoffnung», sagt er, die Hoffnung auf bessere Tage, die heute die Hauptantriebskraft vieler Freiwilliger ist.

(fl/L'essentiel)

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