Saarland – Die Impfpflicht als Mittel gegen eine Spaltung

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SaarlandDie Impfpflicht als Mittel gegen eine Spaltung

SAARBÜCKEN – Anke Rehlinger (SPD) findet, dass die Politik tun müsse, um die Pandemie zu beenden. Insofern könne auch die Impfpflicht eine Spaltung der Gesellschaft verhindern.

DPA/Andreas Arnold

Die saarländische Wirtschaftsministerin und SPD-Landeschefin Anke Rehlinger sieht in der Einführung einer Corona-Impfpflicht auch ein mögliches Mittel gegen eine Spaltung der Gesellschaft. «Die Impfpflicht ist geeignet, die Pandemie weitestgehend zu beenden. Und wir stehen auch in der Verpflichtung, als Politik alles zu tun, um die Pandemie zu beenden», sagte Rehlinger der «DPA» in Saarbrücken. Deswegen sei «klar, was man tun muss».

Zur Frage nach einer möglichen Spaltung der Gesellschaft durch eine Impfpflicht sagte sie: «Ich finde, man müsste umgekehrt eher die Frage stellen: Führt es nicht zu einer Spaltung der Gesellschaft, wenn wir nicht alles das tun, was notwendig ist? Und das Impfen gehört zu dem, was notwendig ist», sagte Rehlinger.

«Die Maßnahmen dienen dazu, Zeit zu kaufen»

Der Verzicht auf eine Impfpflicht könne dazu führen, dass «jene, die wir gerade in großer Mehrheit an unserer Seite wissen», sich fragten, warum sie sich eigentlich an Regeln und Einschränkungen halten sollten, wenn andere geschützt würden, «die ein Stück weit die vierte Welle mit verursacht haben, weil sie sich nicht haben impfen lassen».

Wenn man tue, was notwendig sei, dann könne dies «manchmal mehr sein, als einem oder uns allen lieb ist», sagte Rehlinger, die SPD-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl vom 27. März 2022 ist. Die Omikron-Variante des Virus habe das Potenzial, eine fünfte Welle auszulösen – «schon bevor die vierte Welle noch richtig abgeklungen ist. Wir müssen uns aus dieser Welle rausboostern». Alle anderen einschränkenden Maßnahmen sollten nur dazu dienen, «Zeit zu kaufen, um einen möglichst hohen Impfschutz in der Bevölkerung zu bekommen».

«Wer Bedenken hat, der fragt seinen Arzt und nicht irgendjemanden auf Facebook»

Rehlinger sagte, Politiker erhielten derzeit nicht nur von manchen Corona-Leugnern und Impfgegnern Briefe und Mails mit Beschimpfungen, Nazi-Vergleichen und Beleidigungen. Sie habe den Eindruck, dass dies nur zum Teil mit Corona zu tun habe. Sie habe beispielsweise auch «ekelhafte» Mails wegen ihrer Unterstützung für eine Industrieansiedlung bekommen.

Sie glaube, dass es einen kleinen Teil der Gesellschaft gebe, der «damals beim Thema Flüchtlinge unterwegs war» und sich «je nach Thema, das gerade eine Rolle spielt», in «unerzogener Weise» äußere. Es sei aber nicht so, dass die Hetzer quasi den Ton angeben würden. «Während ein paar Hundert demonstrieren, lassen sich ein paar Hunderttausend impfen.» Niemand, der wirklich Bedenken gegen die Impfung habe, müsse sich schämen: «Wer Bedenken hat, der fragt seinen Arzt und nicht irgendjemanden auf Facebook. Und er läuft schon erst recht nicht mit irgendwelchen rechtsradikalen Corona-Hetzern herum.»

(L'essentiel/dpa)

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