Unruhen – Die islamische Welt brodelt weiter

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UnruhenDie islamische Welt brodelt weiter

Nach den Tunesiern und Ägyptern protestierten nun auch in anderen Staaten Bürger gegen das herrschende Regime. Ein Überblick.

Bahrain:

In dem arabischen Königreich demonstrieren seit Tagen tausende Menschen für Reformen und Demokratie. Das autoritäre Regime antwortet mit harter Hand und setzt auch Panzer und Soldaten ein. Am Freitag versammelten sich rund 15 000 Menschen zu «Märtyrer-Begräbnissen» - der Beisetzung von getöteten Demonstranten.

Libyen:

Die Proteste richten sich vor allem gegen Staatschef Muammar al-Gaddafi, der seit einem Putsch 1969 an der Macht ist. Der Konflikt zwischen seinen Anhängern und Gegnern spitzt sich zu, die Polizei greift hart durch. Bei Demonstrationen in verschiedenen Städten sollen binnen weniger Tage Dutzende Menschen gestorben sein, viele Demonstranten wurden festgenommen.

Jemen:

Auch im Jemen brodelt es. Demonstranten in der Hauptstadt Sanaa forderten den Rücktritt von Präsident Ali Abdullah Salih. Nach Augenzeugenberichten wurden sie von Unterstützern des Regimes angegriffen. Bei Zusammenstößen zwischen Regimegegnern und der Polizei kamen mehrere Menschen ums Leben, zahlreiche wurden verletzt.

Algerien:

Auch hier formiert sich Widerstand gegen das herrschende System und die sozialen Missstände im Land. Die Regierung versprach weitere Reformen und eine baldige Aufhebung des Ausnahmezustands, geht aber mit Härte gegen Demonstrationen vor.

Iran:

Tausende Menschen demonstrierten gegen den erzkonservativen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad. Die Regimegegner werfen ihm vor, im Juni 2009 nur durch Manipulation die Präsidentschaftswahlen gewonnen zu haben. Die Staatsmacht geht massiv gegen Demonstranten vor, mindestens zwei Menschen wurden getötet, zahlreiche Teilnehmer festgenommen. Als Antwort auf die Proteste mobilisiert die Regierung massenhaft ihre Anhänger.

L'essentiel Online/dpa

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