Luxemburg: Die Jagd nach verlorenen vel'OHs wird zum Renner im Netz

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LuxemburgDie Jagd nach verlorenen vel'OHs wird zum Renner im Netz

LUXEMBURG – Der Twitter-Hashtag #whereismyvelo soll bei der Suche nach verlorenen vel'OHs der Stadt Luxemburg helfen. Trotz ernstem Hintergrund amüsiert es die Nutzer in den sozialen Medien.

von
Nicolas Martin

vel'OH! auf dem Mond, vel'OH! auf der Chinesischen Mauer, im Herzen des Times Square, auf dem Gewölbe der Sixtinischen Kapelle oder in einer Ausgabe von «Wo ist Walter?»: Die Nachricht, dass 250 der 1250 Fahrräder der Stadt Luxemburg verschwunden sind, hat auf Twitter eine Welle Nachrichten ausgelöst. Die meisten Bilder sind fantasievoll mit Photoshop bearbeitet.

User veröffentlichen unter dem Hashtag #whereismyvelo oder über das report-it-System der Stadt Bilder von «verirrten» Fahrrädern, die sie manchmal an ungewöhnlichen Orten finden. Manche fügen genaue GPS-Koordinaten hinzu, die bei der Wiederbeschaffung helfen sollen. Manchmal sogar fernab der Hauptstadt.

«Noch nie dagewesene Vandalismuswelle»

Bei JCDecaux, dem Anbieter der vel'OH!, lacht man jedoch weit weniger über das Phänomen, denn derzeit sollen genau 222 vel'OH!s verschwunden sein. «Wir waren mit einer beispiellosen Welle von Vandalismus konfrontiert, bei der unsere Einrichtungen gewaltsam beschädigt wurden, um die Fahrräder zu stehlen. Wir haben die Stadt Luxemburg über dieses außergewöhnliche Phänomen informiert, welches sich hauptsächlich auf das Bahnhofsviertel beschränkt», bestätigt Jérôme Blanchevoye, stellvertretender Generaldirektor von JCDecaux Belgium.

«Die Stadt leitet alle Informationen, die sie erhält, an uns weiter. Unsere App sowie das Callcenter ermöglichen es, verlassene vel'OH! zu melden», fährt er fort. «Wir werden natürlich auch die Informationen von dem Hashtag #whereismyveloh nutzen. Außerdem sind unsere Teams ständig vor Ort, um die Fahrräder wieder einzusammeln, und wir danken den Nutzern für ihre Hilfe.»

Rekordzahl an Vermietungen

Um die Diebstähle zu verhindern, verbessert JCDecaux momentan sein Sicherheits- und Abstellsystem. «Wir stellen bereits einen Rückgang der Vandalismusfälle fest», erläutert Jérôme Blanchevoye. Insgesamt vermerkt Blanchevoye einen großen Erfolg der vel'OH!. «Die Zahl der Vermietungen im Jahr 2021 war ein absoluter Rekord und ich kann bereits jetzt sagen, dass sie im Jahr 2022 noch übertroffen wird.»

Die Stadt erinnert ihrerseits daran, dass der Betreiber JCDecaux als Eigentümer «die alleinige Verantwortung für die Fahrräder trägt und ebenso alleine für die Instandhaltung sowie die Reparaturen verantwortlich ist». Dennoch stehe sie in ständigem Kontakt mit dem Betreiber, «um die aufgetretenen Probleme so schnell wie möglich zu beheben». Beschwerden, die von Nutzern oder Bewohnern gemeldet werden, würden weitergeleitet. Dabei gehe es meistens um «vel'OH!, die im öffentlichen Raum zurückgelassen wurden». Die Stadt Luxemburg appelliert daher «an den Gemeinschaftssinn und die Verantwortung eines jeden Einzelnen».

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