Der Bubbleman – «Die Krankheit hat mein Leben zerstört»
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Der Bubbleman«Die Krankheit hat mein Leben zerstört»

Ein 62-jähriger Inder leidet unter einer unheilbaren Krankheit. Sein ganzer Körper ist mit Blasen übersät. Trotz dieses unglaublichen Leidens hat er seine große Liebe gefunden.

Mohammad Umar leidet unter einer extremen Form der Neurofibromatose, einer unheilbaren Erbkrankheit. Der 62-Jährige, den die Leute auch «Bubbleman» nennen, lebt mit seiner Familie in Hyderabad, der Hauptstadt der zentralindischen Provinz Andhra Pradesh.

Er sei völlig gesund und mit normaler, glatter Haut auf die Welt gekommen, sagte Mohammad Umar gegenüber der englischen Zeitung «Dailymail». Das Martyrium habe erst begonnen, als er 14 Jahre alt war. Plötzlich wuchsen ihm Blasen und Beulen an den Händen. Seither bekam er immer mehr davon, im Gesicht, an den Armen, an den Beinen, auf dem Rücken, am Bauch. Der ganze Körper ist mittlerweile mit den Blasen übersät.

Vor dem Kinderkriegen gewarnt

Seine Mutter hatte ähnliche Geschwüre, aber nur an den Händen. Sie brachte ihren Sohn sofort zum Arzt, als sie die ersten Beulen sah. Doch dieser konnte ihm nicht helfen. Er warnte Umar sogar, sollte er heiraten und Kinder bekommen, könnte es sein, dass er die Krankheit an seine Kinder vererbe. Es sei nicht zwingend, die Wahrscheinlichkeit sei jedoch sehr hoch.

Und dann passierte es. Eines Tages lernte er die junge Farhat kennen. Die beiden verliebten sich ineinander, und als Umar 28 Jahre alt war, heirateten sie. Farhat störte sich nicht an den Beulen: «Ich spürte, dass Umar ein guter Mann ist. Er war freundlich und großzügig. Meine Familie warnte mich, die Zukunft könnte schwierig werden, wenn sich der Zustand seiner Haut verschlimmert. Aber ich ging das Risiko trotzdem ein.» Heute haben die zwei eine 25-jährige Tochter und drei Söhne im Alter von 20, 18 und 12 Jahren. Lange sah es so aus, als ob alle Kinder von der Krankheit verschont blieben. Doch dem ist nicht so.

«Ich hasse es, dass mich meine Kinder so sehen müssen»

Wegen seiner Krankheit hat Umar seinen Job als Kofferträger am örtlichen Bahnhof verloren: «Als die Blasen immer größer wurden, wollten die Leute nicht mehr, dass ich ihr Gepäck trage. Da hat mich mein Chef entlassen.» Er würde gern wieder arbeiten, aber niemand stellt ihn ein: «Ich kann hart arbeiten, aber mein Aussehen ist ein Problem für andere Leute. Niemand traut sich mich anzuschauen oder sich mir zu nähern. Die Menschen glauben, ich infiziere alles.»

Inzwischen versucht seine Frau Farhat mit einem Teilzeitjob die Familie zu versorgen. Doch dadurch fühlt sich Umar noch nutzloser: «Ich hasse es, dass mich meine Kinder so sehen müssen. Sie sollten mich respektieren, aber was bin ich für ein Vater, der seine Familie nicht ernähren kann?»

Mit Betteln die Familie ernähren

Damit er wenigstens einen kleinen Beitrag zum Familienunterhalt beitragen kann, hat Umar angefangen, in der Stadt zu betteln: «Ich gehe durch die Stadt und hoffe auf Almosen. Ich hasse es, mich den Leuten zu zeigen. Aber das ist das Einzige, was ich für die Familie tun kann.»

Und als ob es nicht schon schlimm genug ist, wurden kürzlich beim jüngsten Sohn erste Symptome der unheilbaren Krankheit entdeckt. Der Arzt Chilukuri Srinivas vom Yashoda Krankenhaus in Hyderabad bestätigte frühere Diagnosen: «Umar und sein Sohn leiden an einer besonders heftigen Form von Neurofibromatose. Ich wünschte, ich könnte den beiden helfen, aber es gibt kein Mittel dagegen. Es gibt leider nichts, was man für ihn und seinen Sohn tun könnte.»

«Wir sind zusammen, das zählt»

Somit bleibt Umar nichts anderes übrig, als sich mit seiner Krankheit abzufinden und damit zu leben. «Ich versuche mich sauber und ordentlich zu halten. Meine Frau hilft mir beim Rasieren und schneidet mir die Haare. Aber ich kann nicht viel tun, um die Blasen zu kaschieren. Sie wachsen und wachsen.» Dankbar ist er seiner Frau: «Ich weiß nicht, was ich ohne meine Frau tun würde. Sie ist eine Gesegnete. Ich habe großes Glück, sie zu haben. Ich liebe meine ganze Familie.»

Auch seine Frau Farhat sagt, sie bereue nichts: «Ich bin sehr glücklich. Ich kann mich kaum daran erinnern, wie mein Mann früher ausgesehen hat. Aber wir sind zusammen, und das ist alles, was zählt.»

(L'essentiel Online/hag)

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