Luftverschmutzung – Die Luft wird kaum so sauber bleiben, wie im Moment
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LuftverschmutzungDie Luft wird kaum so sauber bleiben, wie im Moment

LUXEMBURG – Dank der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus dürfte Luxemburg das CO2-Emissionsziel in diesem Jahr erreichen – leider nur eine Momentaufnahme.

Die aktuellen Emissionswerte in Luxemburg sind nur eine Momentaufnahme.

Die aktuellen Emissionswerte in Luxemburg sind nur eine Momentaufnahme.

Editpress/Alain Rischard

Es ist eines der erklärten Umweltziele der EU: die Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um 20 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 zu reduzieren. Dank des Lockdowns dürfte Luxemburg nach den jüngsten Statec-Prognosen die Ziele erfüllen. Doch die Prognosen sind mit «Vorsicht» zu genießen, da sich die Lage nicht stabilisiert hat, sondern von mehreren Faktoren abhängt. «Die Treibstoffverkäufe sind ab Mitte März buchstäblich zusammengebrochen», erklärt Statec den möglichen Rückgang der Emissionen im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr zwischen 2019 und 2020 «um 24 Prozent».

Dabei ist nicht nur der Straßenverkehr von den Maßnahmen betroffen. «Die allgemeine wirtschaftliche Verlangsamung dürfte diesen Trend auch in den meisten anderen Sektoren verstärken», bestätigt das Umweltamt gegenüber L'essentiel. Je nach Dauer der Krise sei daher für 2020 mit einem starken Rückgang der Emissionen zu rechnen – noch stärker als nach der Finanzkrise von 2008. «Je langsamer sich die Wirtschaft erholt, desto ausgeprägter ist der Rückgang», heißt es aus dem Umweltamt.

« Es wird befürchtet, dass die Emissionen mit der Erholung wieder steigen werden. »

Vor einigen Tagen erwähnte François Bausch, Minister für Mobilität, auch einen Rückgang der Stickstoffdioxid (NO2)-Konzentration um «rund 30 Prozent» zwischen Mitte März und April. «Ein deutlicher Rückgang wurde bei Stickstoffdioxid (NO2) zu Beginn des Lockdowns, während des gesamten Monats April und auch im Mai beobachtet», erklärt das Umweltamt. Und die Zahlen sprechen für sich: Zwischen Januar und Mai halbierten sich die Stickstoffdioxid-Emissionen in der Hauptstadt an den Messstationen in der Rue de Bonnevoie und der Place Winston-Churchill.

Tatsache bleibt allerdings, dass es sich bei den Maßnahmen zur Eindämmung des Virus um eine Ausnahmesituation handelt und «keinen Strukturwandel in der Wirtschaft», warnt das Umweltamt. Demnach wird befürchtet, dass die Emissionen wieder zunehmen, wenn sich die Wirtschaft erholt. Statec ist ebenso vorsichtig: «Es ist ein Hauch von frischer Luft, der nicht von Dauer sein wird.» In jedem Fall müssten, so Statec, die Bemühungen fortgesetzt werden, und «längerfristige Ziele» (2030 oder 2040, Anm. d. Red.) müssten die Priorität bleiben.

(nc/L'essentiel)

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