Frühjahrsdürre: «Die nächsten Tage werden für die Pflanzen entscheidend sein»
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Frühjahrsdürre«Die nächsten Tage werden für die Pflanzen entscheidend sein»

LUXEMBURG – Mangelnder Regen macht Luxemburgs Landwirten Sorge: Die Pflanzen befinden sich im Wachstum und bräuchten eigentlich dringend mehr Wasser.

von
Pascal Piatkowski
Die Ernte dieses Jahr könnte mickrig ausfallen, bleibt der Regen weiter aus.

Die Ernte dieses Jahr könnte mickrig ausfallen, bleibt der Regen weiter aus.

Vincent Lescaut/L'essentiel

«Seit Anfang April hat es keine nennenswerten Niederschläge gegeben. Die nächsten Tage werden für die Pflanzen entscheidend sein», sagt Christian Welter, Präsident der Centrale paysanne luxembourgeoise. Der trockene Frühling lasse befürchten, dass die Ernte deutlich geringer ausfallen wird als im vorigen Jahr, das allerdings ungewöhnlich feucht war.

Die Zahlen von MeteoLux belegen mit einer Summe von 59 Liter pro Quadratmeter den sehr trockenen März und April. Der Schnitt zwischen 1991 und 2020 liegt bei 106 l/qm. In den ersten zehn Tagen des Mais war es sogar fast komplett trocken, weniger als 0,2 l/qm wurden erfasst. Es sei zwar noch zu früh, um über mögliche Einschränkungen zu sprechen, doch die ‹Administration de la gestion de l’eau› rät zu einem «vernünftigen Umgang mit dieser kostbaren Ressource».

«Weizen wird als erstes verschwinden»

«Trockenheit kommt im Frühjahr häufiger vor, vor allem im Mai», berichtet Christian Welter. Für Landwirte problematisch, denn zu dieser Zeit bilden sich die Weizenähren, «und wenn die Pflanze zu wenig Wasser hat, wird sie sich anpassen und weniger produzieren». Angesichts des Klimawandels werden die Landwirte laut dem Experten nach und nach neue Sorten anbauen müssen. Er prognostiziert: «Der Weizen, der sehr viel Wasser braucht, wird als erstes verschwinden. Umgekehrt wird die Sonnenblume bei uns immer beliebter werden.»

In Zukunft könnten auch Roggen und Soja, die weniger regenabhängig seien, ihren Platz auf den Feldern finden. «Die Landwirtschaft in Luxemburg befindet sich im Umbruch», so Welter, «das Problem muss von den Forschern und den Akteuren der Branche aufgegriffen werden.»

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