Covid-19-Pandemie: Die Omikron-Variante BA.5 ist ansteckender, aber auch tödlicher?
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Covid-19-PandemieDie Omikron-Variante BA.5 ist ansteckender, aber auch tödlicher?

Der Omikron-Subtyp BA.5 breitet sich auch in Luxemburg aus. Was weiß man über ihn? Wie gefährlich ist er? Und was verrät der Blick auf andere Länder, in denen BA.5 schon länger kursiert?

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Es scheint, die Pandemie habe in den letzten Wochen bloß Luft geholt: Aktuell steigt die Zahl an Neuinfektionen, Tests, Hospitalisationen und Todesfällen wieder.

Es scheint, die Pandemie habe in den letzten Wochen bloß Luft geholt: Aktuell steigt die Zahl an Neuinfektionen, Tests, Hospitalisationen und Todesfällen wieder.

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Dies ist auf die Varianten BA.4 und BA.5 zurückzuführen. Beide sind Subvarianten von Omikron. BA.5 kommt häufiger vor als BA.4.

Dies ist auf die Varianten BA.4 und BA.5 zurückzuführen. Beide sind Subvarianten von Omikron. BA.5 kommt häufiger vor als BA.4.

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Dass BA.5 die bisherigen Varianten verdrängen kann, ist zwei Mutationen geschuldet: L452R kennt man bereits von der Delta-Variante. Sie erhöht offenbar die Übertragbarkeit des Virus. F486V sorgt dafür, dass BA.5 der Immunabwehr der Antikörper teilweise ausweichen kann. Dadurch wird eine Ansteckung mit diesem Subtyp wahrscheinlicher und es kommt zu einem Anstieg der Fallzahlen.

Dass BA.5 die bisherigen Varianten verdrängen kann, ist zwei Mutationen geschuldet: L452R kennt man bereits von der Delta-Variante. Sie erhöht offenbar die Übertragbarkeit des Virus. F486V sorgt dafür, dass BA.5 der Immunabwehr der Antikörper teilweise ausweichen kann. Dadurch wird eine Ansteckung mit diesem Subtyp wahrscheinlicher und es kommt zu einem Anstieg der Fallzahlen.

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Mit einer neuen Corona-Welle haben Expertinnen und Experten hierzulande erst im Herbst gerechnet. Doch sie scheint sich bereits jetzt aufzubauen. Grund dafür sind die Virusvarianten BA.4 und BA.5. Bei beiden handelt es sich um Omikron-Suptypen, die neue Mutationen aufweisen. Beide werden vom Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten ECDC als besorgniserregende Varianten («variants of concern») eingestuft.

Lange nahmen die Covid-19-Fallzahlen ab. Doch Anfang Juni 2022 kehrte der Trend: Anzahl Neuinfektionen, Tests, Hospitalisationen und Positivitätsrate stiegen. Das lässt auf eine hohe Dunkelziffer an Infizierten schließen. Und laut WHO-Definition gilt die Situation damit als außer Kontrolle: Um als kontrolliert zu gelten, müsste die Positivitätsrate bei fünf Prozent liegen, vor dem letzten Wochenende lag sie in Luxemburg bei über 34 Prozent.

Warum verursacht vor allem BA.5 wieder mehr Infektionen?

Das liegt an zwei Mutationen, die der Omikron-Subtyp aufweist: L452R und F486V. Erste kennt man bereits von der Delta-Variante. Sie erhöht offenbar die Übertragbarkeit des Virus. F486V sorgt nach bisherigem Kenntnisstand dafür, dass BA.5 der Immunabwehr der Antikörper teilweise ausweichen kann. Dadurch wird eine Ansteckung mit diesem Subtyp wahrscheinlicher und es kommt zu einem Anstieg der Fallzahlen.

Wie steht es um die Schwere der BA.5-Verläufe?

In einer Vorabstudie bringen Forschende die Mutation L452R mit einer stärker krankmachenden Wirkung in Verbindung, wodurch BA.5 schwerere Symptome hervorrufe als BA.2. Allerdings stammen die Ergebnisse aus Tierversuchen mit Hamstern. Ob sich diese auch auf den Menschen übertragen lassen, ist fraglich.

Was bringen die Covid-19-Impfungen?

Die derzeit verfügbaren Impfungen können Ansteckungen mit BA.5 nicht verhindern, aber sie schützen wohl immer noch zu einem hohen Grad vor schweren Verläufen. Und zwar durch die zelluläre Immunabwehr wie den T-Zellen. Die ist wesentlich robuster gegenüber Immunflucht-Mutationen.

Das deutsche Robert-Koch-Institut bekräftigt in seinem Wochenbericht vom 2. Juni 2022, die große Bedeutung der Impfungen: Ungeimpfte aller Altersgruppen hätten nach wie vor «ein deutlich höheres Risiko für eine schwere Verlaufsform der Covid-19-Erkrankung.» Das Argument einiger Menschen, eine frühere Infektion böte ebenfalls einen gewissen Schutz vor einer erneuten Infektion gilt nicht, wenn diese mit der Omikron-Variante BA.1 erfolgt ist, wie Nytimes.com schreibt. So deuteten vorläufige Erkenntnisse aus der Laborforschung darauf hin, dass sich ungeimpfte Personen, die sich mit BA.1 infiziert hatten, leicht mit BA.4 oder BA.5 anstecken könnten.

Von einer Infektion mit BA.1 profitieren allerdings auch Geimpfte nicht wirklich. Auch sie können sich innerhalb weniger Monate ein zweites Mal mit Omikron infizieren, wie Berichte aus verschiedenen Ländern zeigen.

Bieten die künftigen angepassten Corona-Impfstoffe einen besseren Schutz?

Ganz klar ist das noch nicht. Zwar zeigte sich Moderna-Chef Stéphane Bancel angesichts des kürzlich vorgestellten Studienergebnisses zu dem angepassten Impfstoff «sehr begeistert». Allerdings räumte er gleichzeitig ein, dass der bivalente Impfstoff etwas weniger Antikörper gegen die inzwischen zirkulierenden neuen Subtypen von Omikron erzeugen werde. Was das konkret bedeutet, wird sich zeigen.

Offen ist auch, wie es um den Omikron-Booster von Biontech/Pfizer steht, wie Biontech-Chef Ugur Sahin am Montag dem «Handelsblatt» sagte: «Wir müssen früh genug wissen, an welche Variante – also zum Beispiel BA.2 oder BA.4/5 – wir die Corona-Impfstoffe anpassen und für die bevorstehende Infektionssaison produzieren sollen.»

Was verrät der Blick auf Länder, wo BA.5 schon dominant ist?

In Südafrika wurden BA.4 und BA.5 erstmals im Januar nachgewiesen. Im April wurden sie dominant. Mittlerweile ist die Welle bereits wieder abgeflacht. Laut Ridhwaan Suliman, der die Pandemie für die südafrikanische Regierung statistisch untersucht, war es die «kürzeste und am wenigsten schwere Welle» der Pandemie gewesen.

In Portugal ist BA.5 seit der zweiten Maiwoche dominant und sorgte dort zwischenzeitlich für Inzidenzen von 2000 pro Woche und pro 100.000 Einwohner. Auch die Zahl der Todesfälle stieg an. 

Wie sind die unterschiedlichen Wellen zu erklären?

Mehrere Faktoren dürften eine Rolle spielen:

  • Während in Südafrika, wo Winter herrscht, fast alle Maßnahmen zur Viruseindämmung wie das Masketragen in Innenräumen aufrecht erhalten wurden, wurden in Portugal, wo Sommer ist, fast alle fallen gelassen.

  • Zwar ist ein Großteil der südafrikanischen Bevölkerung noch ungeimpft bzw. nicht vollständig, dafür sind die Menschen im Schnitt deutlich jünger als in Europa – und damit auch weniger anfällig für schwere Verläufe.

  • Viele Südafrikaner haben sich während der ersten Wellen mehrfach mit Sars-CoV-2 infiziert, wodurch sie eine breite Basisimmunität haben. In Portugal steckte sich ein Großteil der Bevölkerung dagegen mit BA.1 an, die wenig zur Immunität gegen BA.4 und BA.5 beiträgt.

  • Die höhere Zahl der Todesfälle in Portugal könnte auch an der hohen Inzidenz liegen. Denn wenn viele Personen infiziert sind, ist auch der Anteil jener größer, die versterben.

  • Darüber hinaus liegen die Impfungen bei vielen Menschen in Portugal zeitlich schon eine Weile zurück. Die Menschen dort haben sich in großer Zahl schnell impfen lassen. Damit könnte der Schutz vor Ansteckung bereits deutlich abgenommen haben.

(L´essentiel/Fee Anabelle Riebeling)

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