Luxemburg: «Die Politik muss den Trend zum Fahrradfahren begleiten»

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Luxemburg«Die Politik muss den Trend zum Fahrradfahren begleiten»

LUXEMBURG – Der Verein ProVelo organisiert am Samstag eine große Demonstration in der Hauptstadt: für den Ausbau des Rad-Infrastruktur und mehr Unterstützung durch die Politik.

von
Joseph Gaulier

Vincent Lescaut/ L'essentiel

Der Verein Pro-Velo organisiert am Samstag in der Haupstadt kein Radrennen – sondern eine Demonstration. ProVelo veranstaltet ihr jährliches Treffen mit dem Ziel, «so viele Radfahrer wie möglich zusammenzubringen», wie Yves Meyer, Vorstandsmitglied des Vereins, es formuliert. Die Hauptforderung wird sein, «ein sicheres, direktes Radwegenetz zu entwickeln, das die Hauptachsen abdeckt».

Denn seit der Pandemie steigt die Zahl der Radfahrer in Luxemburg stetig, sodass die Einwohner weniger häufig öffentliche Verkehrsmittel nutzten. «Aber der Anstieg begann schon vorher und geht weiter», sagt Meyer und fügt hinzu: «Wir würden uns wünschen, dass die Politik diesen Fahrradtrend begleitet» – mit noch mehr sicherer Infrastruktur. Yves Meyer geht davon aus, dass die Strategie in diesem Bereich «ein Thema für die nächsten Kommunalwahlen» sein wird.

Sensibilisierung für gefährliches Überholen

Dabei sei die Haupstadt gar nicht untätig, mache viel für die Radfahrer, sagt Meyer anerkennend, regelmäßig würden neue Radwege eingeweiht. Kleinere Gemeinden seien oft sehr engagiert, aber größere Gemeinden mit mehr Verkehr «haben manchmal Schwierigkeiten, Fahrrädern und Fußgängern Raum zu geben», sagt er. Nur die Tatsache, dass das Ministerium für Mobilität kürzlich erklärte, dass in den letzten zehn Monaten keine Bußgelder für gefährliches Überholen worden seien, «beunruhigt uns ein wenig», sagt Yves Meyer. Er plädiert für Sensibilisierungsmaßnahmen in diesem Bereich und hofft, dass die Behörden sich «die Mittel geben, um dieses Vergehen zu bestrafen».

Das Ereignis am Wochenende wird auch Anlass für ein großes Fahrradfest sein, das von 11 bis 19 Uhr auf dem Place de la Constitution stattfindet. Mehrere Vereine, die rund um das Thema Fahrrad arbeiten, werden sich der Demo anschließen. Die Parade wird um 14 Uhr vom selben Ort aus starten und eine sechs Kilometer lange Runde drehen.

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