Sportfliegerei vor dem Aus – Die Schattenseite der Expansion am Findel

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Sportfliegerei vor dem AusDie Schattenseite der Expansion am Findel

LUXEMBURG - Der Verband der Sportflieger könnte seine Basis auf dem Flughafen Luxemburg verlieren. Der Airport-Betreiber will jedoch einen Kompromiss finden.

Der Sportflieger-Verband nutzt den Findel seit 70 Jahren als Basis.

Der Sportflieger-Verband nutzt den Findel seit 70 Jahren als Basis.

Editpress/Hervé Montaigu

Carlo Lecuit ist besorgt. Der Präsident des luxemburgischen Sportflieger-Verbands befürchtet, dass seine Mitglieder bald nicht mehr den Flughafen Luxemburg als Standort nutzen können. Die Miete, die der Verein bisher entrichten musste, soll nämlich kräftig erhöht werden. «Das überschreitet unser Budget», sagt Lecuit. Der Verband ist bereits seit 70 Jahren auf dem Findel vertreten, um Fallschirmsprünge und Motorflüge durchzuführen sowie Modellflugzeuge aufsteigen zu lassen.

«Durch die wirtschaftliche Expansion des Flughafens droht der Sportfliegerei auf dem Findel über kurz oder lang das Ende», warnt Lecuit. Er spricht sogar von einer «Enteignung durch die Hintertür». Johan Vanneste, CEO von Lux-Airport, bestätigt, dass die Miete aus Rentabilitätsgründen erhöht werden soll. Er gibt sich allerdings weniger alarmistisch als Lecuit.

Lösung bis 1. April

«Unser Ziel ist es nicht, die Sportflieger zu vertreiben, das habe ich ihnen schon mehrmals zu verstehen gegeben», sagt Vanneste. «Es geht um einen Kompromiss. Es gilt, eine einvernehmliche Lösung zu finden, die sich an gängigen Markttarifen an ähnlich großen Flughäfen in Europa orientiert.» Der Geschäftsführer des Flughafens erklärt, dass die aktuelle Miete «historisch niedrig» sei. Vanneste will die «homöopathischen Tarife und die Verträge der Vergangenheit» jedenfalls nicht mehr fortsetzen. Lux-Airport sei bereits um 50 Prozent von seiner ursprünglichen Mietpreisforderung abgerückt, heißt es.

Der Flughafen Findel sucht derzeit nach dem Ende der staatlichen Subventionen nach neuen Geldquellen. Die Mietpreisanpassung ist der erste Schritt in diese Richtung. Für den Sportflieger-Verband könnte sich eine Lösung abzeichnen, wenn zum Beispiel das Sportministerium in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für nachhaltige Entwicklung mit einer Geldspritze aushilft. «Wir wollen vor dem 1. April eine Lösung finden. Ich bin zuversichtlich», sagt Vanneste. Lecuit wiederum hofft, gute Neuigkeiten zur Hauptversammlung seines Vereins am 19. März mitnehmen zu können.

(FL/NC/L'essentiel)

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