Leiche in Marbella entdeckt: Die schwierige Familiengeschichte hinter dem Tod der Ex-Prinzessin von Katar
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Leiche in Marbella entdecktDie schwierige Familiengeschichte hinter dem Tod der Ex-Prinzessin von Katar

Die Ex-Frau von Scheich Abdelaziz bin Khalifa Al-Thani war in einen Rechtsstreit um das Sorgerecht für die gemeinsamen Töchter verwickelt. Dass sie an einer Drogenüberdosis gestorben ist, glauben ihre engsten Freunde nicht.

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Kasia Gallanio (rechts) mit ihrer Tochter, Sheikha Malak. Die 45-jährige Mutter wurde am 29. Mai tot in ihrer Luxuswohnung in Marbella entdeckt.

Kasia Gallanio (rechts) mit ihrer Tochter, Sheikha Malak. Die 45-jährige Mutter wurde am 29. Mai tot in ihrer Luxuswohnung in Marbella entdeckt.

Instagram/kashounia
Kasia Gallanio vermisste das Wichtigste in ihrem Leben: ihre Töchter Sheikha Malak, Sheika Yasmin und Sheikha Reem.

Kasia Gallanio vermisste das Wichtigste in ihrem Leben: ihre Töchter Sheikha Malak, Sheika Yasmin und Sheikha Reem.

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Sie wohnte seit der Trennung ihres Mannes, Abdelaziz bin Khalifa Al-Thani, Onkel des Emirs von Katar, in Spanien.

Sie wohnte seit der Trennung ihres Mannes, Abdelaziz bin Khalifa Al-Thani, Onkel des Emirs von Katar, in Spanien.

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Der Tod der Ex-Prinzessin von Katar, Kasia Gallanio, ist ein Schock für ihren engsten Kreis. Die ehemalige Ehefrau von Abdelaziz bin Khalifa Al-Thani, Onkel des Emirs von Katar, wurde am Sonntag leblos in ihrem Bett in der Luxuswohnung im spanischen Marbella entdeckt. Die Resultate der Autopsie sind noch nicht bekannt, aber erste Untersuchungen deuten auf eine Drogenüberdosis hin.

Trotz ihres ausschweifenden Lebensstils vermisste Kasia Gallanio das Wichtigste in ihrem Leben: ihre Töchter Sheikha Malak, Sheika Yasmin und Sheikha Reem. Nach einem jahrelang andauernden Rechtsstreit mit ihrem Ex-Partner hatte der 73-jährige Al-Thani das Sorgerecht für die drei gemeinsamen Töchter erhalten.

Vor Gericht hatte er behauptet, dass Kasia Gallanio Alkoholikerin mit psychischen Problemen sei, und ein Gericht in Frankreich – wo der Mann seit 1992 wohnhaft ist – stimmte ihm zu. Erst vor zwei Wochen, am 19. Mai, hatte ein Pariser Gericht Gallanios Sorgerechtsanträge erneut abgelehnt.

Eine der Töchter beschuldigt Vater der sexuellen Misshandlung

Vor einigen Monaten traute sich Kasia Gallanio mit ihrer Geschichte erstmals an die Öffentlichkeit. In einem Interview mit «Le Parisien» erzählte sie von der Trennung ihres fast 30 Jahre älteren Ehemanns. Anfänglich seien die Töchter beim Vater geblieben, bis die älteren – heute 17 Jahre alt – entschieden, bei der Mutter wohnen zu wollen. «Zur Strafe dafür warf er sie aus dem Haus und brach den Kontakt zu ihnen ab», sagte Gallanio. Seither wohnen sie in Hotels. Die jüngere Tochter des Paares ist 15 Jahre alt und wohnt immer noch mit Al-Thani in einer luxuriösen 5000 Quadratmeter großen Wohnung an der Avenue Montaigne in Paris.

«Meine jüngste Tochter darf nicht mit mir sprechen, und das macht mich sehr traurig. Sie bekommt eine Menge materieller Dinge von ihrem Vater, aber das ist alles Erpressung. Ich vermisse meine Tochter», meinte Gallanio.

Auch die Anschuldigung einer ihrer Töchter, die vor Gericht behauptete, ihr Vater habe sie sexuell misshandelt, indem er sie am Gesäß und der Brust berührt hatte, setzte der Mutter sehr zu. Zum Zeitpunkt der Vorfälle soll das Mädchen zwischen neun und 15 Jahre alt gewesen sein. «Sie hatte mir nie davon erzählt, sondern sagte es vor Gericht. Ich fühlte mich schuldig, weil ich nicht da war und sie beschützt habe», gab die Mutter im Interview zu.

«Sie war strikt gegen Drogen»

Zuletzt hatte ein französischer Richter ein psychologisches Gutachten über Kasia Gallanio angeordnet, um die familiäre Situation besser verstehen zu können. Die 45-Jährige hatte mehrere Nervenzusammenbrüche erlitten und verbrachte einige Zeit in einer Entzugsanstalt.

Dass sie nun an einer Drogenüberdosis gestorben ist, glauben ihre Freunde jedoch nicht. Ein enger Freund beschreibt Gallanio gegenüber «Olive Press» als einen guten Menschen. «Alle, die sie kannten, liebten sie», sagte Louis Spagnuolo. Er bestritt, dass sie ein Drogenproblem hatte. «Ich kannte sie sehr gut. Sie war strikt gegen Drogen und war nie Alkoholikerin.» Einen Suizid schließt der Mann ebenfalls aus: «Sie liebte ihre Töchter über alle Maßen und würde sie nie verlassen», meint Spagnuolo.

Laut ihrer Anwältin Sabrina Boesh ist ihre Mandantin «vor Kummer gestorben», weil sie «am Boden zerstört» war von der Entscheidung des Pariser Gerichts.

(L´essentiel/Karin Leuthold)

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