Von Opel bis Porsche: Die spannendsten Neuheiten 2022 bis ans Limit getestet

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Von Opel bis PorscheDie spannendsten Neuheiten 2022 bis ans Limit getestet

Die meisten Auto- und Reifenfirmen verfügen über eigene Teststrecken, um Neuheiten auf Herz und Nieren testen zu können. Wir durften für einen Tag lang mit dabei sein und zahlreiche neue Modelle auf der Rennstrecke und dem Highspeed-Oval von Bridgestone in der Nähe von Rom fahren.

Auf dem Highspeed-Oval von Bridgestone nahe Rom konnten wir die wichtigsten Neuheiten des Autojahres 2022 testen.

Auf dem Highspeed-Oval von Bridgestone nahe Rom konnten wir die wichtigsten Neuheiten des Autojahres 2022 testen.

Olaf Itrich

Alle Wege führen nach Rom. Uns sogar noch ein wenig weiter. Denn südlich der ewigen Stadt liegt das Testgelände von Bridgestone. Normalerweise testen hier Reifeningenieure auf einem Highspeed-Oval und einer eigenen Rennstrecke neue Pneus. Für einen Tag lang konnten wir aber das Gelände nutzen, um die wichtigsten Autoneuheiten des Jahres – vom Cityflitzer bis zum Rennstreckengeschoss – unter Extrembedingungen zu testen.

Opel Rocks-e: Der Cityflitzer

Tom Salt

Bei 45 km/h ist im Opel Rocks-e Schluss. Damit kann der kleine Rüsselsheimer zwar nicht das Highspeed-Oval oder die Bridgestone-Rennstrecke «rocken». Im City-Getümmel von Rom würde der Zweisitzer aber alle anderen locker stehen lassen. Und das sogar vollelektrisch. Mit seinen sechs KW sind immerhin 75 Kilometer Reichweite möglich.

Genesis GV60: Vollelektrischer Koreaner

Tom Salt

Ebenfalls elektrisch und brandneu ist der Genesis GV60. Im Gegensatz zum 2,41 Meter langen Opel ist der Koreaner mit 4,52 Metern fast doppelt so lang. Bei den PS- oder kW-Zahlen ist der Unterschied noch größer. 360 KW (490 PS) leistet der GV60 maximal, das sind 60 Mal mehr als im Rocks-e. Und die machen sowohl auf der Rennstrecke und dem Highspeed-Oval so viel Spaß, dass man schon fast das Gefühl hat, in einem Sportwagen statt einem E-SUV zu sitzen. Da ist das Gewicht von deutlich über zwei Tonnen schnell vergessen.

Audi A8: Luxuriöser Teilzeitstromer

Tom Salt

Gleich gehts uns auch im Audi A8 60 TFSI quattro. Die Luxuslimousine überrascht trotz mehr als fünf Meter Länge und über 2,3 Tonnen Gewicht ebenfalls mit erstaunlicher Agilität auf der Rennstrecke. Klar, 700 Newtonmeter sind ein Pfund. Und die Allradlenkung hilft ebenfalls fleißig mit. Trotzdem hätten wir dem längsten Vertreter an diesem Testtag ungeachtet seiner 462 PS unter der Haube nicht so eine sportliche Performance zugetraut.

Mercedes-Benz SL 63 AMG: Wieder sportlich(er) und leicht(er)

Tom Salt

Schon eher dem neuen Mercedes-Benz SL 63 AMG. Der hat sogar noch mehr Pferdchen unter der endlos langen Motorhaube. In der siebten Generation besinnen sich die Stuttgarter darauf, wofür SL steht, sportlich und leicht. Sportlich ist der Zweitürer auf jeden Fall. Auf dem engen Rundkurs katapultieren die 585 PS den SL in 3,9 Sekunden auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit von 315 km/h konnten wir zwischen den zwei Highspeed-Oval-Kurven nur deshalb nicht ausfahren, weil die Gerade dafür einfach nicht lang genug ist.

Bentley Continental GT Speed: Einer der letzten Zwölfzylinder

Tom Salt

Ebenfalls nicht lange genug war sie für das leistungsstärkste und schnellste Auto an diesem Tag, den Bentley Continental GT Speed. Noch setzen die Briten auf einen Zwölfzylinder, wenngleich auch Bentley bereits angekündigt hat, in Zukunft vollelektrisch zu werden. Wir genießen deshalb nochmals den Sound von zwölf Zylindern und den Punch, wenn 659 PS und 900 Newtonmeter das fast 2,3 Tonnen schwere Luxuscoupé bis knapp 300 Sachen beschleunigen, bevor wir vor der Oval-Kurve voll in die Eisen müssen. Aber nach der Kurve können wir ja schon wieder Gas geben.

BMW i4: Freude am Stromern

Tom Salt

Beeindruckend ist auch die Beschleunigung im BMW i4, den wir uns als nächstes schnappen. 400 kW oder umgerechnet 544 PS lassen den bayrischen Stromer in 3,9 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen. Zwar regelt die Elektronik bei 225 km/h ab. Aber viel imposanter ist sowieso die Performance auf der Rennstrecke. Hier merkt man dem i4 sein Gewicht nicht an, dank 795 Newtonmeter beschleunigt er aus jeder Kurve raus, als sei er ein leichtfüssiger Sportwagen.

Porsche 718 Cayman GT4 RS: Scream!

Tom Salt

So wie der Porsche 718 Cayman GT4 RS. Mit dem vier Liter großen, 500 PS starken Motor, der auch im GT3 zum Einsatz kommt, tritt der Mittelmotor-Renner definitiv aus dem langen Schatten seines großen Bruders 911 – trotz zehn PS Respektunterschied, die aber laut Porsche auf die Abgasanlage zurückzuführen sind. Apropos Abgasanlage und Sound: Spätestens, wenn man den Motor erstmals bis 9000 u/min ausdreht, und der Cayman «schreit», als gäbe es kein Morgen, will man am liebsten gar nicht mehr aussteigen.

Corvette C8: Erstmals mit Mittelmotor

Tom Salt

Es sei denn, es wartet schon das nächste Highlight. Beispielsweise die neueste Generation der Corvette, die erstmals über einen Mittelmotor verfügt. Über den 6,2 Liter großen Achtzylinder Sauger müssen wir eh kein Wort verlieren, dieser macht die Corvette schon seit langem einzigartig. Nochmals einen gewaltigen Sprung nach vorn hat aber die Performance auf der Strecke gemacht. Das 495 PS starke Muscle-Car lässt sich extrem präzise durch das Kurvengeschlängel des Test-Tracks zirkeln, liegt damit jetzt definitiv in der Liga von Porsche & Co – außer beim Preis zum Glück.

VW ID. Buzz: Der elektrische Bulli

Tom Salt

Der heimliche Star war aber der neue VW ID.Buzz. Der neue Bulli orientiert sich zwar optisch stark an seinem Urahn T1, hat aber technisch nichts mehr mit dem Original-Bulli gemeinsam. Er fährt dafür vollelektrisch, bekommt einen 82 kWh-Akku (netto 77 kWh) mit 150 kW (204 PS) Leistung, was in der Praxis für 300 bis 400 Kilometer Reichweite gut sein dürfte. Auch der Innenraum erinnert nur noch entfernt an seinen Vorgänger. Dafür bietet er aber viel Platz.

(L´essentiel/Michael Lusk/A&W Verlag)

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