Olena Selenska: Die ukrainische First Lady auf dem «Vogue»-Cover kommt nicht nur gut an

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Olena SelenskaDie ukrainische First Lady auf dem «Vogue»-Cover kommt nicht nur gut an

Die US-«Vogue» veröffentlicht auf Instagram ein digitales Cover mit der ukrainischen First Lady, Olena Selenska. Auf Social Media scheiden sich die Geister darüber. 

Die ukrainische First Lady Olena Selenska spricht mit der US-«Vogue» über das Leben während des Krieges.

Die ukrainische First Lady Olena Selenska spricht mit der US-«Vogue» über das Leben während des Krieges.

Instagram/vogue

«Der Schritt ins Rampenlicht war für mich ziemlich schwierig», sagt Olena Selenska im Interview mit der US-«Vogue». Seit Ausbruch des Krieges ist jedoch genau dies für die ukrainische First Lady Realität. Seit Dienstag ziert Olena Selenska zudem auch ein digitales Cover der US-«Vogue», welches das Magazin auf ihrem Instagram-Kanal veröffentlichte. 

Das Bild von Olena Selenska ist Teil einer Bildstrecke, fotografiert von Star-Fotografin Annie Leibovitz, die in der  Printausgabe im Oktober veröffentlicht wird. Selenskas Ehemann, der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski, ist ebenso Teil dieser Bildstrecke.

«Mehr solche Frauen»

Auf Instagram lassen die Reaktionen auf das politische Cover nicht lange auf sich warten: «Was für ein mächtiges Bild!», «Das ist relevant, ‹Vogue›, bitte mehr solche Frauen» und «Großartige Coverwahl», ist der Tenor in der Kommentarspalte.

Dem Posting auf Instagram ergänzt das Magazin ein Behind-The-Scenes-Video vom Fotoshooting.

«Das ist historisch, ihr solltet sie auf das Print-Cover bringen», kommentiert ein User.

Die Twitter Gemeinde hingegen ist gespalten. «Die perfekte Zeit für ein paar Glamour-Shots. Der Krieg kann warten», schreibt ein User.

«Ich hasse dieses Vogue-Shooting so sehr. Man kann auf ein Problem aufmerksam machen, und dann kann man einen Konflikt verherrlichen. Wir haben in der Vogue noch keine Titelgeschichten mit anderen Frauen in Konflikten gesehen, nur mit Olena», schreibt eine andere Twitter-Userin ihre Gedanken auf.

Dem entgegnet die ukrainische Politikerin und Journalistin Melaniya Podolyak: «Bitte fangt an euch darüber zu beschweren, dass das Vogue-Cover mit meiner First Lady nicht gut genug ist, ich warte gespannt auf eure Meinung.»

Andere freuen sich darüber, dass es eine weitere First Lady aufs «Vogue»-Cover geschafft hat, die nicht Melania Trump ist: «Die ukrainische First Lady Olena Selenska erscheint auf dem Cover der Zeitschrift Vogue. Weitere Nachrichten: Melania Trump wirft angeblich Teller und Ketchup gegen die Wand.»

«Die schrecklichsten Monate meines Lebens»

Das Gespräch mit der «Vogue» dreht sich um den Werdegang von Olena Selenska – einst Screenwriterin, heute First Lady der Ukraine, aber auch um den Krieg.

«Das waren die schrecklichsten Monate meines Lebens und im Leben aller Ukrainerinnen und Ukrainer», sagte sie dem Magazin. Um der traumatisierten Bevölkerung zu helfen, hat Olena Selenska eine Initiative ins Leben gerufen. 

Im Zuge der Initiative will sie Ersthelfende sowie Lehrpersonen, Apothekerinnen und Apotheker, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, sowie Polizistinnen und Polizisten schulen, damit sie den Menschen als psychologische Berater und Beraterinnen zur Seite stehen können.

Diese Initiative sei eine moderne Antwort auf einen Angriffskrieg der alten Schule, eine Antwort, die über das bloße Überleben hinausgehe und die längerfristigen Auswirkungen berücksichtige.

Vorbilder sollen im Land bleiben

Präsident Selenski erklärt, dass ukrainische Vorbilder im Land bleiben müssen: «Ich kann es für einen Teil unseres Volkes tun, für einen bedeutenden Teil», und er ergänzt: «Aber für Frauen und Kinder ist meine Frau hier ein Vorbild. Ich glaube, dass sie eine sehr wichtige Rolle für die Ukraine, für unsere Familien und für unsere Frauen spielt.»

«Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass sich irgendjemand bewusst ist, wie wir emotional damit umgegangen sind. Wir freuen uns auf den Sieg. Wir haben keinen Zweifel, dass wir siegen werden. Und das ist es, was uns weitermachen lässt», sagt Olena Selenska.

(L´essentiel/Johanna Senn)

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