«Sandy» in der Karibik – Die vergessenen Opfer des Hurrikans

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«Sandy» in der KaribikDie vergessenen Opfer des Hurrikans

Während die Welt auf New York schaut, wird leicht übersehen, wie schwer «Sandy» zuvor die Karibik traf. 67 Menschen starben, tausende Häuser wurden zerstört.

Bevor der Hurrikan «Sandy» auf die USA zuraste, hatte er in der Karibik bereits eine Spur der Zerstörung hinterlassen. Mit Windgeschwindigkeiten von 175 Kilometern pro Stunde war er über die Region gefegt. Mindestens 67 Menschen starben, davon 54 in Haiti, 11 in Kuba, 1 auf den Bahamas und 1 in Jamaika. Und das in Gebieten dieser Welt, in denen es sowieso oft schon am Nötigsten fehlt.

Die UNO schätzt, dass in Haiti zwischen 15 000 und 20 000 Menschen zusehen mussten, wie ihre Häuser komplett oder teilweise zerstört wurden. 1,2 Millionen Menschen hätten nun nicht ausreichend zu essen bzw. seien Lebensmittel verunreinigt. Nach Informationen des «Parisien» schätzt die Regierung in Haiti die Verluste in der Landwirtschaft auf 104 Millionen Dollar. «Mehrere tausend Kilometer an Agrarwegen wurden zerstört, tausende Nutztiere vom Wasser weggerissen. Durch die Überschwemmungen wurden tausende Hektar Plantagen ruiniert», wird Landwirtschaftsminister Jacques Thomas zitiert.

Die Einwohner der Insel spüren noch immer die Auswirkungen des schweren Erdbebens von 2010, 350 000 Menschen leben heute noch immer in Zeltstädten. Sie wurden wegen «Sandy» teils evakuiert. «Nun reparieren wir Zelte und händigen Planen aus», erklärte Johan Peleman, Chef des UN-Koordinationsbüros für humanitäre Angelegenheiten in Haiti.

200 000 Wohnungen und Häuser in Kuba beschädigt

Auch Kuba wurde arg in Mitleidenschaft gezogen. Die UNO geht davon aus, dass rund 200 000 Wohnungen und Häuser beschädigt wurden, 17 200 seien komplett zerstört worden. 1,2 Millionen Kubaner – also jeder zehnte Einwohner - sei Opfer des Sturms geworden. 100 000 Hektar Ackerland seien betroffen, die Versorgung mit Lebensmitteln unsicher.

«Häuser, Hütten, Brunnen, Toiletten und Ackerland stehen oder standen lange unter Wasser», erklärt Astrid Nissen, die die Hilfen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Haiti leitet. Daher sorgt sich die Hilfsorganisation vor allem, dass sich Krankheiten wie Cholera schnell verbreiten werden. «Sauberes Wasser ist momentan das wichtigste Hilfsgut», sagt Nissen. Das Rote Kreuz schätzt, dass Hilfsmittel in Höhe von 4,5 Millionen Euro benötigt werden, um 75 000 Menschen in den kommenden Monaten unter anderem beim Aufbau ihrer Häuser zu helfen. Nach Angaben der UNO handelt es sich bei «Sandy» um den «zerstörerischen Hurrikan im Südosten Kubas in den vergangenen 50 Jahren».

Die Lage in Jamaika (Bericht vom 25.10.2012)

Die Lage in Kuba (Bericht vom 25.10.2012)

(ks/L'essentiel Online/dpa/afp)

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