ProActif – «Die Verwaltung war alles andere als vorbildlich»

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ProActif«Die Verwaltung war alles andere als vorbildlich»

LUXEMBURG - ProActif hat offenbar sein Budget künstlich «aufgeblasen». Am Freitag forderte Arbeitsminister Schmit eine solide Basis für Beschäftigungsinitiativen.

Laut Generaldirektor von ProActif, Romain Schmit, wurden einzelne Budgetposten der Beschäftigungsinitiative ProActif künstlich «aufgeblasen». Der Finanz- und Budgetkontrollausschuss des Parlaments und die Beschäftigungskommission haben sich am Freitag mit dem Bericht der Unternehmensprüfer befasst. ProActif wird vorgeworfen, insgesamt 2,5 Millionen Euro zuviel verbucht zu haben.

Beschäftigungsminister Nicolas Schmit hatte den Abgeordneten die Schlussfolgerungen des Prüfberichts vorgelegt. Die belgischen Unternehmensprüfer von BST werfen ProActif unter anderem vor, Leistungen falsch verrechnet zu haben. Der Initiative seien dadurch mehr staatliche Gelder zugeflossen. «Die Verwaltung war alles andere als vorbildlich», erklärte Nicolas Schmit.

Schmit: «Bürger muss erfahren, was mit seinem Geld passiert»

Der Auftrag wurde an die belgische Audit-Firma vergeben, weil die Wirtschafstprüfungsgesellschaft KPMG, die damit vorher beauftragt gewesen war, ungenaue Angaben zu ProActif geliefert hatte. «Ich habe gehofft, von KMPG eine klare Information zu erhalten», sagte Nicolas Schmit in der Pressekonferenz. Dabei gab die Firma an, dass die Beschäftigungsinitiative zwischen 1,8 und 4,2 Millionen Euro zuzahlen müsse. Die Angaben waren dem Arbeitsminister zu ungenau.

«Man muss die Initiativen auf eine solide Basis stellen und die Budgets so transparent wie möglich gestalten», forderte der Beschäftigungsminister. «Der Bürger hat das Recht, zu erfahren, was mit seinen Steuergeldern passiert», so Nicolas Schmit weiter.

Romain Schmit distanziert sich von Weber

In der Beschäftigungsinitiative selbst scheint es Meinungsverschiedenheiten zu geben. ProActif-Generaldirektor Romain Schmit widerspricht mit seinen Aussagen dem Präsidenten des Verwaltungsrats, Robert Weber. Weber, der auch Vorsitzender der Gewerkschaft LCGB sowie CSV-Abgeordneter ist, hatte am Vortag lediglich von Interpretationsproblemen gesprochen. In der Buchführung von ProActif sei alles korrekt. Schmit distanzierte sich damit von den Aussagen Webers.

Dabei sind die Ungenauigkeiten mit Rechnungen bei ProActif offenbar bereits früher bekannt gewesen. Minister Schmit hatte vergangenes Jahr mit Robert Weber über die Misstände bei der Beschäftigungsinitiative gesprochen. Weber habe nie in Frage gestellt, dass es eine Finanzprüfung geben müsse und dies sogar begrüßt, sagte der Minister.

cm/if/tageblatt.lu/L'essentiel Online

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