She's back – Die Vogelgrippe erlebt Comeback in Europa

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She's backDie Vogelgrippe erlebt Comeback in Europa

Wildvögel haben möglicherweise eine gefährliche Fracht aus Asien gebracht: ein für Geflügel hochansteckendes Vogelgrippe-Virus. Fünf europäische Länder haben schon Fälle gemeldet.

Nach dem Ausbrechen der Vogelgrippe dürfen einige deutsche Gänse und Hühner sich bis auf weiteres nicht mehr unter freiem Himmel aufhalten.

Nach dem Ausbrechen der Vogelgrippe dürfen einige deutsche Gänse und Hühner sich bis auf weiteres nicht mehr unter freiem Himmel aufhalten.

DPA/Carsten Rehder

Eine gefährliche Variante der Vogelgrippe breitet sich in Deutschland und anderen europäischen Ländern aus. Nach Schleswig-Holstein wurden auch aus der Region Bodensee in Baden-Württemberg, der Schweiz und Österreich tote Wildvögel gemeldet. Dort sei ebenfalls der Erreger vom Typ H5N8 nachgewiesen worden, teilte das baden-württembergische Agrarministerium am Mittwoch mit. Das zuständige Nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, hatte entsprechende Verdachtsfälle bestätigt. Auch in Polen und Ungarn waren zuvor Vogelgrippe-Fälle entdeckt worden, die wohl auf die hochansteckende Erreger-Variante zurückgehen.

«Wir sehen eine Epidemie in der Wildvogelpopulation», warnte FLI-Präsident Thomas Mettenleiter in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Vermutlich handle es sich um den identischen Erreger. «Vor einigen Tagen ist in einem Zoo in Indien das Virus offenbar in seiner jetzigen Form nachgewiesen worden, dann in Ungarn bei einem Schwan sowie in einem Putenbestand und jetzt in Polen, am Bodensee und in Schleswig-Holstein bei Wildvögeln. Wir haben verschiedene Puzzleteile, die wir zusammensetzen müssen.» Das Risiko einer Ansteckung von Nutzgeflügel mit dem H5N8-Virus sei hoch.

Stallpflicht für Geflügelbetriebe

In der betroffen Region im Südwesten wird es daher eine Stallpflicht für Geflügelbetriebe geben, wie Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) in Konstanz sagte. Der Schutzstreifen solle zunächst drei Monate lang in einem Bereich von rund 1000 Metern vom Bodenseeufer aus und bis zu 500 Meter vom Rheinufer entfernt gelten. Zudem müssten die Geflügelhalter weitere Maßnahmen treffen - etwa beim Kontakt mit ihren Tieren Schutzanzüge tragen. Die Sicherheitsmaßnahmen seien in enger Absprache mit den Behörden in der Schweiz und in Österreich getroffen worden.

Seit November 2014 waren hochpathogene H5N8-Viren mehrfach in Geflügelbetrieben in Deutschland und anderen europäischen Ländern entdeckt worden. Infektionen von Menschen mit den Viren sind laut FLI bislang weltweit nicht nachgewiesen worden. Eine Ansteckung über infizierte Lebensmittel ist nach Auskunft des Bundesinstituts für Risikobewertung «theoretisch denkbar, aber unwahrscheinlich». H5N8-Viren waren schon früher entdeckt worden, etwa 1983 in Irland.

(l'essentiel/dpa)

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