Polizeiwaffen – «Die Waffen sind ein Risiko für die Beamten»

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Polizeiwaffen«Die Waffen sind ein Risiko für die Beamten»

LUXEMBURG – Im Interview mit «L'essentiel» kommt der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft SNPGL Pascal Ricquier auf die Sicherheitsproblematik der Dienstwaffen zürück.

SNPGL-Präsident Pascal Ricquier plädiert dafür, die Risiken beim Gebrauch von Polizeiwaffen wu minimieren.

SNPGL-Präsident Pascal Ricquier plädiert dafür, die Risiken beim Gebrauch von Polizeiwaffen wu minimieren.

Am Mittwoch vergangener Woche hatte die Gewerkschaft der Polizei (SNPGL) die Sicherheit der Dienstwaffen der Polizeibeamten angeprangert. In einer Pressemitteilung erklärte die Polizei einen Tag später, dass zwischen Juli 2013 und März 2014 mehrere Tests mit den Waffen durchgeführt worden sind. Für den Vorsitzenden der SNGPL Pascal Ricquier dürfen die Unfallrisiken dennoch nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

L’essentiel: Auf der Generalversammlung am vergangenen Mittwoch haben Sie auf verschiedene Probleme bezüglich der Dienstwaffen der Polizei hingewiesen. Sie sprachen von klemmenden Abzügen und fehlerhaften Munitionstrommeln. Wie besorgniserregend ist die Situation wirklich?

Pascal Ricquier:

Sind die Polizeiwaffen überaltert?

Sie haben auch Probleme mit der Munition festgestellt…

Ja. Es ist schon vorgekommen, dass sich während Schießübungen heraustellte, das einzelne Patronen zu wenig Schießpulver hatten. Die Kugeln blieben daher im Lauf stecken, was ein erhebliches Sicherheitsrisiko für die Polizeibeamten darstellte, wenn direkt danach ein weiterer Schuss abgefeuert wird.

Worauf sind diese Probleme zurückzuführen?

Es gibt eigentlich keinen wirklichen Markt für die von der Polizei benutzte Munition (38 Spécial). Eine deutsche Firma produziert diese Munition nur für uns. Und in Anbetracht der schwachen Nachfrage, investieren die Hersteller nicht weiter in die Verbesserung ihrer Patronen.

Gibt es Lösungen?

In einem Bericht vom 30. Juli 2012 vertraten Arbeitsgruppen der Polizei die Meinung, dass trotz der langen Tradition des Einsatzes von Pistolen, die einzige Lösung darin besteht auf Revolver umzurüsten. Der Markt ist viel größer und Lieferungsprobleme bestehen demzufolge fast gar nicht. Die Verwaltung der Polizei muss aus diesem Abhängigkeitsverhältnis aussteigen, bevor es zu spät ist. Die finale Entscheidung liegt in den Händen des Ministers Etienne Schneider.

(L'essentiel/Nastassia Solovjovas)

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