In Luxemburg – Die Wirtschaft in Luxemburg erholt sich nur langsam
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In LuxemburgDie Wirtschaft in Luxemburg erholt sich nur langsam

LUXEMBURG – Trotz eines Aufschwungs wird die Wirtschaftstätigkeit 2021 nicht das Niveau erreichen, das ohne Pandemie erwartet wurde, so die Statec am Dienstag.

Statec-Direktor Serge Allegrezza (links) erwartet keine schnelle Rückkehr zur Normalität - auch wenn die Prognosen für 2021 phänomenal erscheinen.

Statec-Direktor Serge Allegrezza (links) erwartet keine schnelle Rückkehr zur Normalität - auch wenn die Prognosen für 2021 phänomenal erscheinen.

L'essentiel/ol

Das Nationale Institut für Statistik und Wirtschaftsstudien (Statec) erwartet für 2021 ein Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) in Luxemburg von sechs Prozent. Das Statistikinstitut bleibt in seinem neuesten Konjunkturbericht von Dienstagmorgen dennoch wenig euphorisch. «Ein solches prognostiziertes Wachstum im Jahr 2021 erscheint phänomenal nach dem Rückgang von 1,3 Prozent im Jahr 2020», sagt Serge Allegrezza, der Direktor von Statec. Das Wachstum würde dennoch nicht das Niveau erreichen, das im Großherzogtum ohne die Pandemie erreicht worden wäre.

Serge Allegrezza befürchtet zudem, dass der Impffortschritt angesichts der Varianten gebremst werden könnte. Außerdem warnt er vor der möglichen Explosion von Insolvenzen, wenn die Hilfen für Unternehmen eingestellt werden. Darüber hinaus geht Statec davon aus, dass die Arbeitslosenquote im Jahr 2021 nicht sinken, sondern sich bei knapp über sechs Prozent einpendeln werde.

Möglicher Anstieg der Löhne in kommenden Jahren

Außerdem stellt das Institut fest, dass mit dem möglichen Ende der Coronakrise auch andere Themen wieder in den Vordergrund rücken werden, wie etwa der Klimawandel (die Treibhausgasemissionen werden in den Jahren 2021 und 2022 voraussichtlich um 2,5 Prozent jährlich steigen), die Immobilienpreise (siehe Infokasten) und das Niveau der Kaufkraft (und deren ungleiche Verteilung).

Auf der anderen Seite könnten die Arbeitnehmer des Landes auch gute Nachrichten erwarten. So prognostiziert Statec, dass die Löhne um zwei (2021) bzw. vier Prozent (2022) ansteigen werden. «Diese Erhöhung wird nicht nur von der automatischen Indexierung abhängen (geplant für das letzte Quartal 2021)», sagt Bastien Larue, Ökonom bei Statec, «sondern auch von der Steigerung der Produktivität, die es den Unternehmen ermöglichen sollte, mehr an die Mitarbeiter auszuzahlen».

(ol/L'essentiel )

Geringerer Anstieg der Immobilienpreise

Statec erwartet, dass das Wachstum der Immobilienpreise im Jahr 2021 «nur» acht Prozent betragen wird - gegenüber 14 Prozent im Jahr 2020. «Der Preisanstieg im Jahr 2020 war losgelöst von wirtschaftlichen Daten wie der Anzahl der gebauten Gebäude, den Zinssätzen oder dem Bevölkerungswachstum», erklärt Wirtschaftswissenschaftler Bastien Larue. Man könne in den folgenden Jahren einen Ausgleich erwarten.

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