Google Glass – «Die würde ich noch nicht einmal tot tragen»

Publiziert

Google Glass«Die würde ich noch nicht einmal tot tragen»

Designer Marc Newson zieht über Googles Datenbrille her. Man sehe damit ebenso «idiotisch» aus wie auf einem Segway. Trotzdem glaubt er an die Zukunft von tragbarer Technik.

Der australische Stardesigner Marc Newson ist kein Freund von Google Glass. In einem Interview mit dem «Dezeen Magazine» macht er sich öffentlich über das Design der schlauen Brille lustig. «Was Google bisher getan hat, würde ich nicht einmal tot tragen wollen. Es sieht ziemlich dämlich aus», sagt Newson.

Dabei zieht er Vergleiche mit anderen Technologien, die seines Erachtens nicht überzeugen können – etwa die modernen Ein-Personen-Roller: «Es ist ein bisschen wie diese wunderbare Erfindung namens Segway: Es ist ein tolles Stück Technik, aber wer damit herumfährt, sieht aus wie ein Idiot», sagt Newson.

«Wearables sind die Zukunft, das steht ausser Frage»

Trotzdem glaubt der Designer, der auch selbst Brillen und Accessoires für Firmen wie Nike oder G-Star RAW entworfen hat, an den Durchbruch von tragbaren Computern: «Wearables sind die Zukunft, das steht ausser Frage. Ob es aber angemessen ist, sich dabei eine Computerbrille aufzusetzen, da bin ich mir noch nicht sicher.»

In seinem Rundumschlag kritisiert er auch die ganze Branche. «Ehrlich gesagt ist der Ansatz, wie die Design-Industrie Geräte entwickelt und auf den Markt bringt, ziemlich erbärmlich», sagt Newscon im Interview. Produkte-Designer könnten sich von der Effizienz der Modeschöpfer etwas abschauen, während diese wiederum von Herstellungsprozessen und Materialwahl profitieren könnten.

Neue Modelle mit dem Sonnenbrillen-Hersteller Luxottica

Abgesehen von Newson scheint die Modewelt ein grosses Interesse an Wearables zu haben. So war Google Glass bereits bei einem Covershooting des «Vogue Magazine» oder bei der New York Fashion Week zu sehen. Google scheint sich indes bewusst, dass das Grundgerüst von Glass nicht zwingendermassen als modisches Accessoire durchgeht.

Der Internet-Riese hat erst letzte Woche angekündigt, dass der italienische Sonnenbrillen-Hersteller Luxottica, der die Marken Ray Ban und Oakley in seinem Portfolio führt, zukünftige Google-Glass-Modelle kreieren wird.

(L'essentiel / rob)

Deine Meinung