Das andere Ranking – Die zehn reichsten Leute aller Zeiten
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Das andere RankingDie zehn reichsten Leute aller Zeiten

Wer von den reichsten Menschen der Welt hört, denkt an Bill Gates oder John D. Rockefeller. Doch auch andere haben dieses Attribut verdient.

Rockefeller, Gates oder Rothschild – diese Namen gelten als Inbegriff für unvorstellbaren Reichtum. Aber Mansa Musa I.? Vermutlich haben von dem als «König der Könige» genannten Monarchen aus Mali, der im 14. Jahrhundert lebte, nur historisch interessierte Menschen gehört. Dabei gilt er noch immer als der bis heute reichste Mann, der je auf der Erde lebte.

Das Time-Magazin hat die Liste der vermögendsten und welthistorisch einflussreichsten Menschen errechnet. Hierfür verglich es dem Reichtum über die letzten zehn Jahrhunderte mit einer speziellen wissenschaftlichen Methode der Universität Stanford und sprach mit vielen Ökonomen und Historikern. Die Liste berücksichtigt nebst historischen Vergleichen ökonomischer Systeme auch die spezielle Inflationsrate, nach der zum Beispiel ein 100-Millionen-Dollar-Vermögen im Jahr 1913 fast 2,3 Milliarden Dollar von heute entspricht.

Umstrittene Personen

Auf der Times-Liste belegt Bill Gates, der einzig lebende Mann der Liste, mit einem privaten Vermögen von 78,9 Mrd. US-Dollar, daher lediglich Platz 9. Der römische Kaiser Cäsar Augustus, dessen Vermögen auf 4,6 Billionen US-Dollar geschätzt wird, befindet sich dagegen auf Rang 2. Die Liste, die auch das Vermögen der Reichen in Relation zum gloablen Bruttosozialprodukt stellt, erhebt keinen Anspruch auf Gültigkeit, sondern sei im Gegenteil, so schreibt Time, «höchst diskutierbar.» Dies wohl deshalb, weil auf der Liste auch Personen vorkommen, die in die Geschichte eingingen als besonders rücksichtlos und brutale Befehlshaber - wie etwa der sowjetische Diktator Josef Stalin, der ein Sechstel der Erdoberfläche dieses Planeten kontrolliert habe, so das Magazin.

Der reichste Mensch, der jemals gelebt hat

Doch das ist alles nichts im Vergleich zu Mansa Musa I., der im Jahr 1280 geboren wurde und mit seiner geschickten Wirtschafts- und Bildungspolitik die Stadt Timbuktu in ihre Blütezeit führte. Er finanzierte mit seinem Reichtum, den er durch die Ausbeutung von Salzvorkommen ansammelte, Moscheen und riesige Paläste. Früheren Berechnungen zufolge, wonach er auf einen Besitz in Höhe von 400 Milliarden US-Dollar, käme, werden durch das Time-Magazin entkräftet. Tatsache ist, dass es noch viel mehr gewesen sein muss. Mansa Musa I. war dank der Goldvorräte Malis so reich, dass keine Beschreibung je ausreichen würde, seinen Reichtum zu quantifizieren, schreibt die Time.

Mansa Musas Reichtum war so legendär, dass sogar alte arabische Schriftrollen darüber berichten: Auf seiner Pilgerreise nach Mekka im 1324/5 soll der Monarch so viel Gold ausgegeben haben, dass er eine Hyperinflation in Ägypten auslöste. 60 000 Männer und 12 000 Sklaven begleiteten ihn auf dieser Prozession – und diese mussten natürlich ernährt werden. Der Wert des ägyptischen Dinars war auf Jahre ruiniert.

Auf seiner Rückreise bekam Mansa Musa die Folgen selbst zu spüren: Sein Gold war so wenig wert, dass er sich Geld von einem Kaufmann leihen musste. Sein Leben inspirierte auch Spieleentwickler. Der König bekam eine Rolle in dem Computerspiel «Civilization».

Übrig blieb von diesem Reichtum allerdings wenig. Nachdem Mansa Musa im Jahr 1337 starb, versank sein Reich im Chaos. Bürgerkriege und der Kampf gegen Eroberer zerstörten sein Lebenswerk. Heute zählt Mali zu den ärmsten Ländern der Welt.

(L'essentiel/cls)

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