Wahlen am 20. Oktober – Die Zeichen stehen bereits auf Wahlkampf

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Wahlen am 20. OktoberDie Zeichen stehen bereits auf Wahlkampf

LUXEMBURG - Der Wahlkampf beginnt erst im September. Doch Laubfrösche, erste Plakate und versteckte Aussagen zeigen, dass sich die Wahlen nähern.

Es herrscht sommerliche Ruhe im Land und doch ist es weniger ruhig als sonst: Die Wahlen nahen, Politiker bringen sich in Stellung. Auch wenn sich die Parteien geeinigt haben, dass der offizielle Wahlkampf erst am 13. September beginnt, so haben die Beteiligten den Schalter offensichtlich mehr als zwei Monate vor dem Urnengang am 20. Oktober bereits auf Wahlkampagne umgestellt.

Ein Vorzeichen hat uns Leserreporterin Maya geschickt: In Hollerich hat sie ein Plakat von Déi Lénk entdeckt. Die Linken hatten als einzige Partei aus dem Parlament nicht das Abkommen über Start und Kosten für den Wahlkampf unterschrieben. Wollten sie die ersten sein? «Nein», heißt es auf Nachfrage bei der Partei. «Das Plakat gehört zu unserem Dringlichkeitsprogramm, das wir im Rahmen der Affäre um den SREL unabhängig von den Neuwahlen erstellt haben. Das hat mit dem Wahlkampf noch nichts zu tun», so der Parteisprecher. «Aber so zeigen wir in der Vorkampagne Präsenz.»

Minister laden ein

Präsenz zeigen auch viele Regierungsmitglieder vor dem Urlaub. Zu einem guten Dutzend Pressetermine haben vor allem CSV-Minister seit Anfang August geladen. Am Mittwoch ließ Wohnungsbauminister Marco Schank einen Laubfrosch hüpfen, Finanzminister Luc Frieden zeigte sich bei einem Termin zum Umweltschutz nahe des Stausees während Mittelstandsministerin Françoise Hetto-Gaasch Tanktouristen auf dem Rastplatz Berchem zum Urlaub in Luxemburg einlädt.

Diese Aktivität verleitet den ein oder anderen Politiker bereits zu Sticheleien: So erklärte LSAP-Fraktionschef Lucien Lux, Luc Frieden «kann auch drei Pressekonferenzen pro Tag organisieren, das kann seine Fehltritte nicht wieder gut machen.» Die LSAP hat unterdessen als einzige Partei bereits offiziell vor der Presse ihren Wahlslogan vorgestellt.

Andere reden offen von Wahlkampf: So ersparte Luxemburgs Bürgermeister und DP-Spitzenkandidat im Zentrum, Xavier Bettel, Premierminister Jean-Claude Juncker (CSV) eine öffentliche Aussage zur Homosexualität mit dem Hinweis, er wolle «den Wahlkampf nicht mit einer Polemik belasten». Damit ist es raus, auch ohne Wahlkampf herrscht bereits Wahlkampf.

Hier ist unser Kandidatenticker zur Wahl:

(Sarah Brock mit FR/L'essentiel Online)

Wer tritt bei den Wahlen an?

Sieben von neun Parteien haben bereits ihre 60 Kandidaten für die Wahlen am 20. Oktober vorgestellt: CSV, LSAP, DP, Déi Gréng, Déi Lénk, PiratePartei und ADR. PID und ADR stellen ihre letzten Kandidaten bis spätestens Montag, 12. August, vor.

Hier geht's zu unserem Kandidatenticker.

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